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Sachsen

Sachsen haben kurze Wege zu Bus und Bahn

Der Nahverkehr in Dresden ist sogar besser erreichbar als in Berlin, Köln und Hamburg. Auch das Land steht gut da.

© dpa/Arno Burgi (Symbolfoto)

Dresden. Dresden hat unter allen ostdeutschen Städten und Landkreisen die kürzesten Wege zu Bus und Bahn. Dort ist der öffentliche Verkehr sogar besser erreichbar als in Berlin, Köln und Hamburg. Das geht aus einer Analyse der Allianz Pro Schiene von Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor, die der SZ vorliegt. Demnach wohnen in Sachsens Hauptstadt fast alle Bürger höchstens 600 Meter Luftlinie von der nächsten Haltestelle entfernt oder maximal 1.200 Meter von einem Bahnhof mit mindestens 20 Abfahrten am Tag. 

In dem Radius gilt die Erreichbarkeit als gut. 99,7 Prozent reichen bundesweit zu Platz 27. Chemnitz und Leipzig sind nur wenig schlechter. Champion ist Schweinfurt mit 99,99 Prozent.

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Am Ende entscheidet die Politik vor Ort

Generell steht Sachsen bei der Erreichbarkeit des ÖPNV gut da und als einziges ostdeutsches Land über dem Bundesschnitt - auch durch gute Werte der Landkreise. In Mittelsachsen, Schlusslicht im Freistaat, sind noch gut vier von fünf Bewohnern derart gut angebunden. „Selbstverständlich ist es auf dem Land schwieriger als in der Stadt, mit einem dichten Netz des öffentlichen Verkehrs eine attraktive Alternative zum Auto zu bieten“, sagt Dirk Flege, Chef des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses aus 23 Non-Profit-Verbänden und gut 150 Unternehmen der Bahnbranche. 

Aber am Ende entscheide die Politik vor Ort. Der öffentliche Nahverkehr wird in Sachsen von den Landkreisen und kreisfreien Städten organisiert. Dafür gibt es fünf Verkehrsverbünde wie VVO, VON und VMS. Die Linien werden bei der Deutschen Bahn, ihrer Konkurrenz und Busunternehmen bestellt.

Wegen des Streits mit den Landräten um einen einheitlichen Sachsentarif, die Vertaktung von Bus und Bahn und das im Koalitionsvertrag versprochene Bildungsticket will Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) den Nahverkehr in einer Landesverkehrsgesellschaft zentralisieren. Trotz Einführung eines Azubi- und Schüler-Freizeittickets im August ist das Thema nicht vom Tisch.

© SZ-Grafik