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Sachsen haben Software gegen die Krise

Dresden. Die besten Geschäftsideen finden sich bei der Suche nach Angeboten, die man selbst braucht. Davon ist der Yasni-Geschäftsführer Steffen Rühl überzeugt. Sein Internet-Portal yasni.de soll „das Google für die Personensuche werden“, sagt Rühl.

Von Katlen Trautmann

Dresden. Die besten Geschäftsideen finden sich bei der Suche nach Angeboten, die man selbst braucht. Davon ist der Yasni-Geschäftsführer Steffen Rühl überzeugt. Sein Internet-Portal yasni.de soll „das Google für die Personensuche werden“, sagt Rühl. Seine 15-köpfige Yasni-Mannschaft sitzt in Leipzig.

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Die Sorbisches National-Ensemble gGmbH in Bautzen sucht zum schnellstmöglichen Zeitpunkt Unterstützung.

Rühls Unternehmen spürt wie die meisten sächsischen Software-Firmen ein Jahr nach Ausbruch der Wirtschaftskrise nur moderate Folgen. Die Krise finde in dieser Branche „quasi nicht statt“, sagt Frank Schönefeld vom sächsischen Branchenverband Silicon Saxony. Einige Unternehmen erwarten für die kommenden Monate sogar bessere Geschäfte. Die Branche setzt auf Know-how für die Produktionssteuerung und auf digitale Dienste für Behörden, soziale Software und mobile Kommunikation.

Yasni-Chef Rühl sieht es als einen Vorteil der Krise an, dass Personal billiger zu bekommen sei. Das Niveau war zuvor „so hoch gegangen, dass man es sich kaum leisten konnte“, sagt er. Allerdings rechne sich seine Internetseite noch nicht – auch wegen der Krise. „Arbeit und Nutzer gibt es genügend“, sagt Rühl, aber Investoren hielten sich extrem zurück. Für dieses Jahr erwartet er dennoch beim Umsatz einen „hohen sechsstelligen Betrag“.

Keine Krise erlebt hat das Dresdner Unternehmen Dualis GmbH IT Solutions nach Angaben der Geschäftsführerin Heike Krug. Das Unternehmen entwickelt Software zur Produktionsoptimierung für bislang rund 100 Mittelständler und Konzerne. „Kostenregulierung wird derzeit ernst genommen“, sagt Krug. Doch das 20-Mann-Unternehmen mit einer Million Euro Umsatz rechnet mit wachsender Nachfrage und einem Umsatzplus von 15 Prozent Plus übers Jahr.

Bei der Communardo Software GmbH sind die Auftragsbücher voller als sonst. Geschäftsführer Ilja Hauß erwartet 30 Prozent Umsatzplus. Aus gebeutelten Branchen wie Maschinenbau und Auto spürt er aber Zurückhaltung. „Projekte werden verschoben“, sagt Hauß. Aufträge aus Telekommunikation und anderen Branchen gleichen das überdurchschnittlich aus.

Hardware läuft schwächer

Wachstum in Krisenzeiten meldet auch Friedrich Koopmann, Sprecher der Comarch AG. Sieben Prozent mehr Aufträge als vor einem Jahr füllen die Bücher – bei Telekommunikation 48 Prozent mehr. Im ersten Halbjahr setzte das Unternehmen mit Software für Telekommunikation, Banken und Handel sowie Software für Mittelständler 25 Millionen Euro um. Lediglich die Aufträge bei Fremdsoftware und Hardware schwächeln. Koopmann ist überzeugt, dass auch auf diesen Feldern die Aufträge wieder anziehen. Die AIS Automation Dresden meldet trotz Auftragsrückgangs im zweiten Quartal einen „sehr komfortablen Auftragsbestand“. Wegen des Tiefs in der Halbleiterei sank der Umsatz bei Saxonia Systems AG um fünf Prozent, teilte Vorstand Kai Lemke mit. Aufträge aus dem Energiesektor glichen das teilweise wieder aus.

Ein Ausreißer scheint der Leipziger Dienstleister PC-Ware zu sein. Wie berichtet, streicht er bundesweit 170 Stellen, davon in Leipzig 60 von 350. Geschlossen werden die Sparten Server-Hardware und Technischer Service. Als Gründe nennt PC-Ware hohe Personalkosten und geschrumpfte Aufträge.

Dass die Branche gut durch die Krise kommt, sagte gestern August-Wilhelm Scheer vom deutschen Branchenverband Bitkom. Auf einer Computermesse in München sagte Scheer, die Informationstechnik und Telekommunikation rechne für 2009 mit 2,5 Prozent Umsatzrückgang auf 142 Milliarden Euro – und schlage sich besser als die Wirtschaft insgesamt. (mit dpa)