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Sachsen

Sachsen hat die geringste Eigentümerquote im Osten

Nirgends wohnen so wenige Menschen in den eigenen vier Wänden. Dass die Quote viel niedriger als in Westdeutschland ist, hängt nicht nur von Erbschaften ab.

© dpa/Julian Stratenschulte (Symbolfoto)

Berlin/Dresden. Die Tendenz geht nach oben, allerdings nur minimal: Im vergangenen Jahr lebte nur rund ein Drittel der Sachsen in den eigenen vier Wänden. Die Eigentümerquote lag bei 34,6 Prozent. Sie hat sich damit innerhalb von 20 Jahren leicht erhöht. 1998 lag die Quote, die den Anteil von selbst genutzten Wohneigentum beschreibt, bei 28,7 Prozent.

Die Daten des Statistischen Bundesamtes greift nun der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst auf. Der Dresdner Parlamentarier betont: „Die Bildung von Wohneigentum ist nach wie vor eine der nachhaltigsten, besten Formen der Altersvorsorge.“ 

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Trotz wirtschaftlich „robuster“ Lage und niedriger Zinsen sei der Eigentumsanteil in Deutschland im europäischen Vergleich vergleichsweise niedrig. „Dass Sachsen von allen Flächenländern über die geringste Wohneigentumsquote verfügt, ist dabei besonders alarmierend“, fügt Herbst hinzu.

Generell wohnen im Osten mehr Menschen zur Miete als im Westen. In den alten Bundesländern ohne das damalige West-Berlin lag die Wohneigentumsquote im vergangenen Jahr bei rund 49 Prozent. Anders gesagt: Etwa die Hälfte der Westdeutschen wohnt in den eigenen vier Wänden. 

In Ostdeutschland ist das Verhältnis ein anderes. Dort lag die Wohneigentumsquote 2018 bei 36,2 Prozent. Innerhalb des Ostens gibt es allerdings große Spreizungen. In Brandenburg war der Anteil der Wohnungs- oder Hausbesitzer bei einer Eigentumsquote von knapp 48 Prozent im Vorjahr vergleichsweise hoch. In Berlin betrug diese Quote nur rund 17 Prozent.

Die Gründe werden von der Statistik nicht erfasst. Sie dürften jedoch vielfältig sein. Generell wird im Osten weniger vererbt als im Westen, was auch für Wohneigentum gilt. Zudem sind vor allem in Sachsen Wohnungsgenossenschaften ein starker Anbieter auf dem Markt. Auch dürfte die Abwanderung aus ländlichen Regionen eine Rolle spielen. Sachsen versucht gegenzusteuern. Die Förderung von Wohneigentum ist ein Ziel der Wohnungspolitik, die vom Innenministerium verantwortet wird.

So legte Sachsen Förderprogramme für Familien sowie für den ländlichen Raum auf. Darlehen fließen unter bestimmten Bedingungen für Bau, Erwerb oder Erweiterung eines Einfamilienhauses außerhalb der Großstädte Dresden, Leipzig und Chemnitz. Unterstützung gibt es zudem für Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind für den Kauf und Bau von Wohneigentum. 

Auch diese Darlehen sind an Bedingungen wie etwa das Einkommen geknüpft. FDP-Politiker Herbst fordert die Einführung eines Freibetrags von bis zu 500.000 Euro bei der Grunderwerbsteuer für selbst genutzten Wohnraum.