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Sachsen

Sachsen plant neue „Fahrrad-Autobahnen“

Die Trassen sollen das ungehinderte Fahren in Ballungszentren ermöglichen - frühestens ab 2024.

Radschnellwege müssen eine bestimmte Breite haben und sollen klar vom Verkehr angegrenzt sein.
Radschnellwege müssen eine bestimmte Breite haben und sollen klar vom Verkehr angegrenzt sein. © dpa

Dresden. Sie gelten als die beste Möglichkeit, dem Radverkehr in Ballungszentren mehr Platz zu verschaffen und ihn so zu einer attraktiven Alternative für den täglichen Arbeitsweg zu machen: Mindestens vier Meter breite und kreuzungsfreie Radschnellwege, die ausschließlich Radfahrern vorbehalten sind.

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) kündigte am Donnerstag an, dass er den Freistaat beim Ausbau dieses neuen Verkehrssystems zu einem der Vorreiter in Deutschland machen will. Nachdem landesweit zunächst der regionale Bedarf an solchen Verbindungen geprüft worden sei, würden nunmehr für elf mögliche Trassen Machbarkeitsuntersuchungen in Auftrag gegeben, so Dulig. Die ausgewählten Routen haben zusammen eine Länge von über 133 Kilometern. Überprüft werden sollen neben den konkreten Streckenführungen auch die Möglichkeiten zum Ankauf der dafür benötigten Grundstücke.

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Die Kosten für einen Kilometer Radschnellweg liegen bei etwa zwei Millionen Euro und damit mindestens doppelt so hoch wie bei normalen Radwegen. Der Freistaat sei in der Lage, die Baukosten abzusichern, sagte der Minister. Zudem verwies er auf Bundeszuschüsse. Obwohl es möglich ist, dass Teilstrecken von vorhandenen Radwegen in die neuen Trassen integriert werden, handele es sich bei den Schnellwegen aufgrund der technischen Anforderungen überwiegend um Neubauten. Daher sei auch nicht geplant, den beliebten Elbradweg zu einer Schnelltrasse umzubauen. Nicht festlegen lassen wollte sich Dulig auf einen Starttermin für die erste Schnelltrasse. Neben den Ergebnissen der Machbarkeitsstudien würden darüber auch Umweltauflagen sowie die Zusammenarbeit mit den Kommunen entscheiden, durch die die Strecken führen sollen.

Optimistischer zeigt sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub in Sachsen. Vorstandsmitglied Rolf Leonardt sagte, er rechne damit, dass 2023/2024 die erste Strecke freigegeben wird.

Um diese Trassen geht es: 

Voraussetzung für einen Radschnellweg ist, dass dieser von mindestens 2 000 Radfahrern pro Tag genutzt wird. Elf mögliche Trassen werden auf Machbarkeit untersucht. 

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Region Dresden: Pirna-Heidenau-Dresden, Coswig-Radebeul-Dresden, Radeberg-Dresden, Freital-Dresden

Region Chemnitz: Limbach/Oberfrohna-Chemnitz, Werdau-Zwickau.

Region Leipzig: Schkeuditz-Leipzig, Markranstädt-Leipzig, Markleeberg- Leipzig, Naunhof-Leipzig und Taucha-Leipzig. Quelle: Wirtschaftsministerium