merken
PLUS Sachsen

Sachsen plant Offensive für mehr Mobilfunkmasten

Der Handyempfang ist vielerorts ein Ärgernis. Zusammen mit Mobilfunkanbietern will der Freistaat das jetzt ändern.

Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland wollen bis 2022 mehr als 1050 Mobilfunkmasten neu errichten – davon rund 350 im ländlichen Raum.
Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland wollen bis 2022 mehr als 1050 Mobilfunkmasten neu errichten – davon rund 350 im ländlichen Raum. © dpa

Dresden. Wenige Tage vor der Landtagswahl hat die Landesregierung mit den Netzbetreibern einen Pakt für „Zukunftssichere Mobilfunknetze in Sachsen“ geschlossen. Zentrales Ziel sei die schnellere Erschließung „weißer Flecken“ in der Mobilfunkversorgung, erklärten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) in Dresden.

Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland wollen im Rahmen des Pakts bis 2022 mehr als 1050 4G/LTE-Mobilfunksendeanlagen neu errichten – davon rund 350 im ländlichen Raum. Insgesamt soll die Abdeckung mit dem LTE-Standard dann bei 99 Prozent aller Haushalte liegen, hieß es. Der Freistaat beabsichtigt, „bei Bedarf“ Investitionen in Mobilfunksendeanlagen in ländlichen Räumen mit bis zu zehn Millionen pro Jahr zu unterstützen, die sonst aus Gründen der fehlenden Wirtschaftlichkeit unterbleiben würden.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Die Regierung plant eine „Task Force“, also eine Arbeitsgruppe, um die Zusammenarbeit mit Kommunen, Landkreisen und Mobilfunkanbietern zu koordinieren. Es geht vor allem darum, die Suche nach geeigneten Standorten und den Genehmigungsprozess zu beschleunigen. Der Freistaat will geeignete Landesflächen für Sendeanlagen zur Verfügung stellen.

Bürgerinitiativen sind eine Hürde

Nach Angaben von Christoph Clément, Mitglied der Geschäftsleitung Vodafone Deutschland, dauert es derzeit eineinhalb bis zwei Jahre, um eine Sendeanlage in Betrieb zu nehmen. „Unser Ziel ist es, deutlich unter ein Jahr zu kommen“, sagte Clément. Vodafone plant, 400 Masten in Sachsen zu errichten, davon 130 im ländlichen Raum. „Wir wissen, wo wir die Masten hinbauen wollen. Aber die Standorte sind noch lange nicht alle unter Vertrag“, so der Vodafone-Manager.

Eine Hürde stellt die zunehmende Zahl der Bürgerinitiativen dar, die gesundheitliche Schäden durch die Mobilfunkstrahlung befürchten. Kretschmer betonte, die Bürgerbedenken ernst zu nehmen. Die Task Force soll dabei helfen, die gesellschaftliche Akzeptanz für neue Technologien zu erhöhen. Offenbar befürchtet er Verzögerungen bei der Umsetzung von Projekten für den Strukturwandel in den Kohleregionen.

Weiterführende Artikel

Mobilfunk wird es nur für fast alle geben

Mobilfunk wird es nur für fast alle geben

Die Regierung will mit zusätzlichem Geld ein dichtes Mobilfunknetz schaffen. 0,05 Prozent der Haushalte und 2,5 Prozent der Landesfläche bleiben weiterhin ohne Anschluss.

So will die Bundesregierung die Funklöcher schließen

So will die Bundesregierung die Funklöcher schließen

5.000 neue Masten und eine Aufklärungskampagne sollen gegen weiße Flecken und Bürgerskespis helfen.

Sind die neuen 5G-Funkmasten wirklich gefährlich?

Sind die neuen 5G-Funkmasten wirklich gefährlich?

Mobilfunkantennen beunruhigen viele Menschen. Jetzt sollen in Sachsen 1.000 neue errichtet werden. Wie groß ist die Strahlenbelastung?

Am Mittwoch werden etwa in Hoyerswerda Details zum geplanten 5G-Forschungsfeld in der Lausitz vorgestellt. Ein dicht ausgebautes 4G-Mobilfunknetz ist Voraussetzung für ein leistungsfähiges 5G-Netz. Kretschmer wie Dulig betonten, dass eine flächendeckende und leistungsfähige Breitband- und Mobilfunkanbindung elementar ist für die digitale Zukunft. Innovationen wie zum Beispiel selbstfahrende Traktoren seien sonst nicht möglich im ländlichen Raum.

Mehr zum Thema Sachsen