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Bau-Halbzeit am Sachsenfreund

 Ab Ende Oktober soll die Kreuzung wieder frei befahrbar und endlich sicher sein - wenn nicht noch Sommerhitze für Ärger sorgt.

Die Baustelle an der Sachsenfreund-Kreuzung besteht wahrscheinlich noch bis Ende Oktober.
Die Baustelle an der Sachsenfreund-Kreuzung besteht wahrscheinlich noch bis Ende Oktober. ©  Matthias Weber

Seit April baut das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) den einstigen Unfallschwerpunkt Sachsenfreund an der S148 in Großschweidnitz um. Der Verkehr läuft einspurig um die Baustelle herum, geregelt durch eine Ampel. Jetzt zur Halbzeit liegt alles im Plan. Doch es gab auch ungeplante Überraschungen. Und die gemeldete Sommerhitze könnte für kleine Verzögerungen sorgen.

Die neue Kreuzung nimmt langsam Gestalt an. Schon vor Wochen war die sichtbehindernde Kuppe, die immer wieder Unfälle begünstigt hatte, um zwei Meter abgetragen worden. "Aktuell wird die Straßenentwässerung eingebaut", informiert das Lasuv auf SZ-Anfrage. Anschließend würden in der kommenden Woche dann die Asphaltschichten im zweiten Bauabschnitt aufgebracht.

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Ob das so reibungslos funktionieren wird, daran hat Großschweidnitz' Bürgermeister Jons Anders (parteilos) seine Zweifel. Er verfolgt den Bau und die entsprechenden Bauberichte des Lasuv. "Wenn's an die 40 Grad geht, kann der Asphalt nicht ausreichend schnell abkühlen und aushärten", sagt er. Ein ausgehärteter Asphalt sei aber nötig, um die Straße schon vor Abschluss der Bauarbeiten für nötige Randarbeiten mit Baggern befahren zu können. Er hält Verzögerungen von einigen Tagen nicht für ausgeschlossen. Das Lasuv hält derzeit am vertraglich vereinbarten Bauende zum Ende Oktober fest. Auch die Kosten lägen im Rahmen. Veranschlagt war das Projekt mit 670.000 Euro.

Auch eine unliebsame Überraschung habe nicht für wesentliche Verzögerungen gesorgt. Auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte "Sachsenfreund" lagerten noch unterirdische Tanks aus der Zeit der Nutzung als Motoren-Traktoren-Station und als Tankstelle. Aus denen waren Kraftstoffe und Öl ins Erdreich gelangt. "Der kontaminierte Bereich war größer als vorher ermittelt", informiert Pressesprecherin Isabel Pfeiffer vom Lasuv. Das habe einen "Mehraufwand im Erdbau unter umweltschutztechnischen Aspekten" zur Folge gehabt. Das Erdreich musste abgetragen und ausgetauscht werden.  

Eine große Befürchtung der Gemeinde Großschweidnitz hat sich indes nicht bewahrheitet. Bürgermeister Jons Anders hatte vor Baubeginn die Sorge geäußert, dass viele Verkehrsteilnehmer wegen der Ampelregelung die Baustelle durch Großschweidnitz umfahren würden - besonders eine Belastung und Gefährdung durch Schwerlaster auf der schmalen Ortsdurchfahrt fürchtete er. Das ist nicht eingetreten. "Ich bin sehr froh, wie das durch die Art der Ampelregelung mit jeweils nur kurzen Wartezeiten verhindert wurde. Mein Respekt", sagt er.

Auch finanziell schlug der Umbau der Sachsenfreund-Kreuzung nicht wie befürchtet ins Kontor der Gemeinde. Das Lasuv hatte den Ausbau der von Großschweidnitz zum Sachsenfreund führenden "Straße der Jugend" zur Bedingung der Umgestaltung der gefährlichen Kreuzung gemacht - denn im Zuge der Arbeiten wird auch die Abzweigung der Straße von der S148 versetzt. Wegen der Preissteigerungen im Baugewerbe waren die Kosten für die Gemeinde aber von 700.000 Euro auf beinahe eine Million hochgeschnellt. "Das zerhaut uns für die nächsten Jahre den Haushalt", hatte Bürgermeister Anders in einer entsprechenden Gemeinderatssitzung im März 2018 gesagt. Die Gemeinde stellte deshalb damals einen Antrag auf eine Nachförderung des Projekts. Das zusätzliche Fördergeld allerdings war ungewiss, als der Großschweidnitzer Rat damals der Kostenexplosion zustimmte. "Wir haben eine Nachförderung bekommen", sagt Jons Anders heute.

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