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Sachsenpreis für den Rüdenhof

Der neu gestaltete Außenbereich des Käthe-Kollwitz-Hauses findet Anerkennung bei einer Fachjury. Und bei den Museumsbesuchern.

Von Ines Scholze-Luft

Die Kräuter duften. Die Äpfel reifen auf den Bäumen neben dem Museumscafé. Gespräche und Besinnung prägen die Stimmung auf dem Hof vorm Moritzburger Käthe-Kollwitz-Haus.

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So könnte es werden im nächsten Sommer. Wenn die neuen Bänke wieder zum Sitzen einladen. Vielleicht auch zum Nachdenken über gerade Erlebtes. Über die Begegnung mit der großen deutschen Künstlerin, mit ihren Werken, in ihrem letzten Wohnsitz und späteren Sterbehaus.

Seit seiner Umgestaltung im vergangenen Jahr ist das Außengelände der Gedenkstätte im Rüdenhof um mehr als einen Anziehungspunkt reicher. Da sind nicht nur die Bänke aus Bruchstein und Holz, die sich an die Steinmauer dahinter lehnen, als ob sie immer dort gestanden hätten. Die stählernen Pflanzkübel dazwischen harmonieren mit der Feuerschale auf der Nachbarwiese, stammen sie doch vom selben Hersteller. Der Brunnen funktioniert wieder, sehr zur Freude der Kinder, wie Museums-chefin Sabine Hänisch zu berichten weiß.

Die erweiterte Garage – ebenfalls mit den hier typischen Bruchsteinen versehen – bietet den mit Abstand größten Raum des Museums, dringend benötigt für Veranstaltungen. Drei junge hochstämmige Apfelbäume hinter den Bänken könnten mal zu Schattenspendern für die Cafégäste werden. Nicht zuletzt ist nun auch das Parken geordnet, sechs Stellflächen entstanden. Von dort führen in vornehmem Beige gehaltene Wege zum Kollwitz-Haus. Die eingesetzte sogenannte sächsische Wegedecke besteht aus natürlichen Gesteinen und versiegelt den Boden nicht.

Jetzt hat die Gedenkstätte im Inneren des Gebäudes ihre Ergänzung im Äußeren gefunden, sagt Sabine Hänisch. Sie spricht von einer würdigen Gestaltung, die sich ins Umfeld integriert und überall die Liebe zum Detail erkennen lässt. Das haben auch schon viele Besucher gemerkt. Etwa 5 000 kommen jährlich in den Rüdenhof. Wie die Museumschefin sagt, hat sie von ihnen schon so manches anerkennende Wort zum Umfeld gehört, seitdem der Hof umgebaut wurde. Das alles hat sie ermutigt, sich am sächsischen Landeswettbewerb ländliches Bauen 2013 zu beteiligen.

Die Jury, zu der neben Prof. Thomas Will, Inhaber des Lehrstuhls Denkmalpflege und Entwerfen an der TU Dresden, zahlreiche Architekten gehören, wählte den Rüdenhof unter die ersten 20 von 141 Bewerbern. Und als vor wenigen Tagen die Auszeichnungen übergeben wurden, hielt Sabine Hänisch den dritten Preis für die Gestaltung der Außenanlage in den Händen. Verbunden mit einem Preisgeld von 1 000 Euro. Und vor allem mit dem Gefühl, den richtigen Weg auch für diese Seite der Entwicklung des Museums eingeschlagen zu haben. Als das im Jahr 1995 eröffnet worden war, hatten Sanierung und Einrichtung schon viel gekostet. Die Außenfläche musste warten. Vor fünf, sechs Jahren hatte dann der Freundeskreis Käthe Kollwitz begonnen, mit einem jährlichen Fest Geld für den Brunnen zu sammeln. Zu diesen Initiativen kamen Fördermittel über den Dresdner Heidebogen für den ländlichen Raum. Dann stand die Finanzierung für die 45 000 Euro Gesamtkosten mit 70 Prozent Förderung. Den Eigenanteil ermöglichten Freundeskreis, Sparkasse Meißen, Kreissparkasse Köln und private Spender.