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Sachsens Plan macht Hoffnung - mehr nicht

Die Öffnung der Fußballstadien für Fans klingt besser als sie ist, kommentiert SZ-Sportredakteur Tino Meyer.

Nur mit Hygienekonzept kann es eine Öffnung der Stadien geben. Das kann scheitern, meint Tino Meyer.
Nur mit Hygienekonzept kann es eine Öffnung der Stadien geben. Das kann scheitern, meint Tino Meyer. © Tom Weller/dpa

Der Aufschrei ist riesig und das von allen Seiten. Kaum hat Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping den Gedanken von mehr als tausend Stadionbesuchern ausgesprochen, werfen ihr Kritiker vor, eine zweite Corona-Welle zu provozieren. Mancher Fan dagegen sieht sich bereits mittendrin im Live-Erlebnis. So schön mit Halbzeit-Bratwurst und gemeinschaftlichen Gesängen.

Dabei hat die Ministerin ausdrücklich gefordert, Singen und Schreien bitte zu unterlassen. Und auch die weiteren genannten Voraussetzungen für die Stadionöffnung haben Kritiker wie Befürworter offenbar überhört: Hygienekonzept, Abstandsregelung, Kontaktverfolgung. Dinge also, an denen der Fußball im Großen (Fanbündnisse lehnen personalisierte Tickets ab) wie im Kleinen (ehrenamtlich kaum umsetzbar) scheitern dürfte.

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Sächsische Alleingänge unmöglich

Es spielt auch gar keine Rolle, ob Köpping allein auf Effekthascherei aus ist oder ein realistisches Szenario beschreibt. Entschieden wird die Stadionfrage, zumindest für den Profifußball, sowieso an anderer Stelle. Sächsische Alleingänge sind in diesem Fall ausgeschlossen.

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Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Köppings Ausblick für die Zeit ab September ist ein theoretisches Konstrukt, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Darüber darf man sich freuen, das macht tatsächlich auch Hoffnung. Doch was in sieben, acht Wochen möglich sein wird und was nicht, lässt sich jetzt bestenfalls grob abschätzen. Das ist, so viel steht fest, eine der Lehren in der Corona-Krise.

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