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Öffentlicher Dienst altert rasant

Das Durchschnittsalter der Angestellten und Beamten schnellt in die Höhe – die Kosten für die Pensionäre auch.

© dpa

Von Gunnar Saft

Dresden. Älterwerden ist keine Kunst, sorgt aber häufig für etliche Probleme. Davon betroffen ist zunehmend der öffentliche Dienst im Freistaat Sachsen. Dort mangelt es nämlich an Nachwuchs, während die Kosten für die Altersversorgung ehemaliger Mitarbeiter rasant steigen.

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Laut dem Statistischen Landesamt in Kamenz lag das Durchschnittsalter der sächsischen Beschäftigten von Land und Kommunen im Jahr 2000 noch bei 42,6 Jahren. Bis Mitte des vergangenen Jahres ist dieser Wert bereits auf 45,7 Jahre angestiegen. Das teilte die Behörde jetzt mit. Die im Schnitt ältesten Beamten und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst Sachsens gibt es demnach im kommunalen Bereich. Hier liegt das aktuelle Durchschnittsalter der Beschäftigten noch fast ein Jahr über dem Landesschnitt. Nahezu ein Drittel aller Mitarbeiter der Landkreise, Städte und Gemeinden ist heute 55 Jahre oder älter.

Diese Altersstruktur sorgt inzwischen auch für einen steten Anstieg bei der Zahl der pensionierten Beamten sowie bei den Aufwendungen für deren Alterssicherung. Zu Anfang dieses Jahres gab es beim Land bereits 5 674 Pensionäre, die vom Freistaat ein durchschnittliches Ruhegehalt von 1.920 Euro beziehen. Jeden Monat müssen dafür bereits rund 10,8 Millionen Euro aufgebracht werden. Zum Vergleich: Noch vor vier Jahren waren es lediglich 3.455 Pensionäre, für deren Altersversorgung ungefähr 6,25 Millionen im Monat notwendig waren. Einen ähnlichen Verlauf gibt es auch bei den Beamten der sächsischen Kommunen. Hier zählt man inzwischen 1237 Pensionäre, für die der Kommunale Versorgungsverband monatlich rund 2,25 Millionen Euro auszahlt.

Gleichzeitig geht wiederum die Zahl der Auszubildenden im öffentlichen Dienst des Landes zurück – allein zwischen 2011 und 2013 um mehr als zehn Prozent. Das teilte Finanzminister Georg Unland (CDU) jetzt in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. So bildete der Freistaat im Vorjahr noch 805 junge Frauen und Männer aus – ohne Beamtenanwärter und Referendare – und stellte im gleichen Zeitraum 279 nach Ende ihrer Ausbildung in den Staatsdienst ein.

Kritiker warnen nun verstärkt vor den Folgen dieser Entwicklungen. So stehen in den kommenden Jahren zunehmende Altersabgänge vor allem bei Beschäftigten im sächsischen Polizeidienst, bei den Lehrern sowie im Justizbereich an. Bisher existieren allerdings kaum Konzepte, wie man diese absehbar hohe Personalfluktation durch Neueinstellungen ausgleichen wird. Der wichtigste Grund dafür ist das erklärte Ziel der Staatsregierung, die Zahl der Stellen im Landesdienst von heute etwa 81.000 auf künftig nur noch 70.000 zu reduzieren.