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Sachsens Unternehmer setzen auf China

Wichtige Handelspartner haben an Bedeutung für den Freistaat verloren. In einer Umfrage liegt China nun klar vorn.

Das Dresdner Unternehmen Xenon Automatisierungstechnik hat bereits seit 2013 eine Tochterfirma in China.
Das Dresdner Unternehmen Xenon Automatisierungstechnik hat bereits seit 2013 eine Tochterfirma in China. © Christian Juppe

Dresden. Wichtiger als die USA oder die direkten Nachbarländer: China gilt unter den sächsischen Unternehmen mit Auslandsgeschäft jetzt als der bedeutendste Markt. Voriges Jahr sind Sachsens Exporte nach China um zwölf Prozent gestiegen. Nun nennen in einer Umfrage fast 18 Prozent der auslandsaktiven Firmen China als künftiges Zielland für ihre Geschäfte.

Zwar stehen Österreich und die Schweiz auf den ersten Plätzen in der Umfrage der sächsischen Handels- und Handwerkskammern, an der sich 525 Unternehmen beteiligten. Doch im Vergleich mit einer Umfrage vor zwei Jahren ist der Anteil sächsischer Unternehmen mit Geschäften in den Alpenländern deutlich zurückgegangen. Chinas Bedeutung als Handelspartner dagegen wächst und hat in der Umfrage auch die von Polen überholt. Die Bedeutung Tschechiens als Handelspartner hat demnach ebenfalls abgenommen.

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Allerdings sehen die sächsischen Firmenchefs es noch immer als größte Herausforderung im internationalen Geschäft an, verlässliche Geschäftspartner zu finden. Nur wenige gehen so weit wie das Dresdner Unternehmen Xenon Automatisierungstechnik, das bereits seit 2013 eine Tochterfirma in China und inzwischen auch eine in Mexiko hat. In der jüngsten Umfrage geben 94 sächsische Unternehmen konkret an, dass China künftiges Zielland für ihr Auslandsengagement ist.

Einen bedeutenden Anteil an Sachsens Exporten hat China schon lange: Als die Gläserne Manufaktur von Volkswagen das Luxus-Auto Phaeton herstellte, fuhren sieben von zehn dieser Wagen in China. Voriges Jahr war China mit Abstand das Exportland Nummer eins für die Sachsen: Waren im Wert von 6,7 Milliarden Euro wurden dorthin exportiert – das machte fast 17 Prozent der sächsischen Exporte aus. Vor allem Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung sowie Maschinen aus Sachsen gewannen in China an Beliebtheit.

Mit großem Abstand folgten die USA mit 3,6 Milliarden Euro auf Platz zwei der sächsischen Exportziele. Doch Sachsens Ausfuhren in die USA sind voriges Jahr um 14 Prozent geschrumpft – vor allem die Fahrzeug-Exporte dorthin ließen nach. Sachsens Exporte nach England schrumpften zugleich um zehn Prozent. Sachsens Unternehmer sehen ihre Auslandsgeschäfte durch politische Entwicklungen beeinflusst – mehr noch in den USA als in China.

Das deckt sich mit den Ergebnissen einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Commerzbank, die vor Kurzem veröffentlicht wurde: 13 Prozent der mittelständischen Unternehmer in Sachsen finden demnach die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in den USA gut oder sehr gut. Von China dagegen sagen das 23 Prozent.

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