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Sachsens wichtigste Künstler jetzt online entdecken

Künstler, die mindestens drei Jahre in Sachsen gelebt und gearbeitet haben, können nun ihre Werke in einer digitalen Datenbank zeigen.

In der Datenbank finden sich auch Bilder des Bautzner Künstlers Peter Albert.
In der Datenbank finden sich auch Bilder des Bautzner Künstlers Peter Albert. © Screenshot: SZ

Till Ansgar Baumhauer will es nun auch endlich tun: Alle seine Kunstwerke sortieren, kritisch anschauen und einen Teil davon online stellen auf der neuen Werkdatenbank, die am Montag freigeschaltet wurde. Ab sofort sind Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen aus Sachsen online aufbereitet, archiviert und für jedermann zu betrachten.

Baumhauer, Vorsitzender des Landesverbandes Bildender Kunst Sachsen, sagte, diese Datenbank könne dazu beitragen, die Komplexität und den Reichtum der künstlerischen Produktion in Sachsen sichtbarer zu machen und den kontinuierlichen Kulturverlust zu bremsen. „Viele Akteure verschwinden sukzessive von der Bildfläche“, bedauerte er. Außerdem erfülle die neue Website die Funktion der Bestandsverwaltung für die Künstler. Sie selbst könnten ihr Schaffen noch einmal hinterfragen. Und auch für Kunstwissenschaftler, Kritiker und Galeristen biete sich so die Möglichkeit, die Vielfalt des hiesigen Kunstschaffens zu reflektieren.

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Künstler, die mindestens drei Jahre in Sachsen gelebt und gearbeitet haben, können ihre Werke digitalisieren und so dauerhaft öffentlich vorstellen. Dazu braucht der Maler, braucht die Bildhauerin allerdings auch Zeit, Disziplin und eine Kamera oder mindestens ein Smartphone, mit dem er oder sie die Werke fotografiert. Nicht nur Künstler, auch Erben und Galeristen können nach einer Anmeldung beim Landesverband Bildende Kunst Nach- oder Vorlässe, Werkgruppen oder ein ganzes Werkverzeichnis in die Datenbank einstellen.

Blick auf die neue Werkdatenbank bildender Kunst in Sachsen.
Blick auf die neue Werkdatenbank bildender Kunst in Sachsen. © Screenshot: SZ

Im Landesverband wird die Seite redaktionell betreut. Tutoren geben den Künstlern praktische Anleitung. Viele Kunstschaffende, die diesen Service nutzen wollen, verfügen bisher über keine eigene Website und sind im Digitalen nicht bewandert. Die Verknüpfung mit anderen Datenbanken ermöglichen Querverweise und erleichtern Recherchen und Forschungsarbeiten zu bestimmten Themen.

Aktuell sind auf der Werkdatenbank bereits 13.500 Werke verzeichnet, davon sind 9.500 Arbeiten von 49 Künstlern online zugänglich. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange sagte am Montag: „ Die Werkdatenbank kann wie ein Schaufenster sächsischer Kunst sein und zu einem Arbeitsinstrument für Museen, Galerien, Kunsthochschulen und für die Kunstwissenschaft werden. In dieser Datenbank verknüpfen sich Sachsens künstlerische und technologische Potenziale auf sehr nützliche Weise.“ Das Kunstministerium förderte den Aufbau dieser Datenbank mit 200.000 Euro und trägt die Betreuungskosten von 60.000 Euro im Jahr. Damit wird ein Punkt aus dem sächsischen Koalitionsvertrag von 2014 erfüllt, in dem CDU und SPD sich verpflichteten, sich um Künstlernachlässe in Sachsen zu kümmern.

Eva-Maria Stange: „Unser Ziel ist es, dass die Künstlernachlässe lebendig bleiben.“ Dafür baut die Landesstelle für Museumswesen in Sachsen derzeit eine Nachlassfördereinrichtung auf. Die soll künftig für eine konservatorisch einwandfreie, aber dezentrale Unterbringung jener Nachlässe sorgen, die von den Erben der Künstler an die Landesstelle herangetragen werden. Auch künstlerische Vorlässe können dort bearbeitet werden, wenn die Künstler das wünschen.

An der Entwicklung der zweisprachigen Werkdatenbank, die auch auf dem Smartphone funktioniert und die standardisierte Metadaten- und internationale Bildaustauschfromate verwendet, haben maßgeblich die Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek mit der Deutschen Fotothek gearbeitet.

Zur Werkdatenbank gelangen Sie hier.

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