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Sachsenweit leben die Dresdner am längsten

Eine neue Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Regionen in Deutschland. Das hat auch mit Geld zu tun.

Dresdnerinnen und Dresdner können den Lebensabend länger genießen als Bewohner vieler anderer Regionen.
Dresdnerinnen und Dresdner können den Lebensabend länger genießen als Bewohner vieler anderer Regionen. © Symbolfoto: Christian Juppe

Dresden. Die Menschen in Baden-Württemberg und im Süden von Bayern dürfen auf ein besonders langes Leben hoffen. Ihre Lebenserwartung liegt bis zu fünf Jahre über der in anderen deutschen Regionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock.

Die Mehrzahl der sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte landet bei dem Vergleich eher im Mittelfeld. Eine Ausnahme bildet die Landeshauptstadt: In Dresden werden Frauen im Schnitt 85,1 und Männer 80,1 Jahre alt – das bedeutet Platz 7 bzw. 20 in der Rangliste aller 402 Kreise. 

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Der Landkreis Meißen rangiert mit 84,3 bzw. 79,4 Jahren ebenfalls noch unter den 100 Bestplatzierten. Zum Vergleich: An der Spitze stehen die Frauen im Kreis Starnberg (85,7) und die Männer im Kreis München (81,2). Die geringste Lebenserwartung haben Frauen im Salzlandkreis (81,8) und Männer in Bremerhaven (75,8).

Die Studienautoren erklären die Unterschiede vor allem mit „den Lebensumständen von Personen am unteren Ende des sozioökonomischen Spektrums“. Das Durchschnittseinkommen und die Nähe zu medizinischer Versorgung, etwa die Dichte von Allgemeinärzten, spiele dagegen eine weniger große Rolle. 

Nur 60 bis 70 Prozent des Alters sind vorbestimmt

So finde man im Osten Deutschlands zwar häufiger Kreise mit geringer Lebenserwartung. Diese gebe es aber auch im Westen und dort insbesondere im Ruhrgebiet. „Gesundes Altern ist auch immer in gewissem Grad eine Geldfrage“, sagt Professor Lorenz Hofbauer. Er leitet das Centrum für Gesundes Altern am Universitätsklinikum Dresden. 

„Bei Arbeitslosen und Hartz-IV-Bedürftigen sehen wir häufig Alkoholmissbrauch und Rauchen, aber auch Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme und seelische Erkrankungen.“ Altersarmut verhindere dagegen beispielsweise eine gesunde Ernährung und Eigenleistungen zur Gesundheitsfürsorge.

Hofbauer verweist auf andere Studien, wonach 60 bis 70 Prozent unserer Lebenserwartung genetisch vorbestimmt sind. „Der Rest liegt in unserer Hand“, betont der Mediziner. Wer Unterschiede in der Lebenserwartung reduzieren will, müsse vor allem die Lebensbedingungen des ärmsten Teils der Bevölkerung verbessern, schlussfolgert Professor Roland Rau, der die Studie mit verfasst hat.

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