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Sächsisches Konjunkturpaket kommt Ende Juni

Bei einer Wirtschaftskonferenz diskutieren Handwerk und Industrie mit der Politik über Forderungen. Vor allem eine Idee hat große Chancen.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, l.) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, 2.v.l.) sprachen mit Wirtschaftsvertretern über die aktuelle Situation der Unternehmen im Freistaat sowie strukturelle, konjunkturelle und Corona-bedingte Schwierigk
Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, l.) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, 2.v.l.) sprachen mit Wirtschaftsvertretern über die aktuelle Situation der Unternehmen im Freistaat sowie strukturelle, konjunkturelle und Corona-bedingte Schwierigk © Robert Michael/dpa

Die Auftragslage für die Unternehmen im Freistaat ist nach Angaben der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) durch die Corona-Krise stark rückläufig. „Wir befinden uns kurz vor dem Herzstillstand, das ist dramatisch“, sagte VSW-Präsident Jörg Brückner am Freitag nach einer Konferenz mit Handwerk, Industrie und Politikspitzen zur Zukunft der sächsischen Wirtschaft in Radebeul. 

Laut VSW hat die Corona-Pandemie eine ohnehin durch Handelskrisen, Kohleausstieg und Wandel zur E-Mobilität angeschlagene sächsische Industrie getroffen. Im März und April dieses Jahres hat es dem Verband zufolge einen Einbruch „historischen Ausmaßes“ gegeben: So verzeichnete die Industrie demnach allein im März 5.000 weniger Arbeitsplätze als im Vorjahresmonat, Auftragseingänge brachen im April im Vergleich zu Januar 2018 um fast 50 Prozent ein. Im Mai gab es für fast 560.000 Anzeigen auf Kurzarbeit deutlich mehr als zur Finanzkrise 2008/2009. Durch das wichtige Instrument Kurzarbeit lasse sich nur Zeit gewinnen, „Arbeit erhalten wir durch neue Aufträge“, so Brückner.

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Der VSW wie die Wirtschaftskammern fordern daher, die Programme vom Bund auf Landesebene zu ergänzen - unter anderem mit einem Förderprogramm für regionales Wachstum und einem Beteiligungsfonds für den Mittelstand.  "Der bereits öffentlich diskutierte Beteiligungsfonds wäre ein zielführendes Instrument, um den grundsätzlich gesunden Teil des sächsischen Mittelstands mittels Zufuhr von Eigenkapital zu stabilisieren", betont Christian Doerr, Vize-Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden.  Sollte in diesem Zusammenhang Störfeuer aus Brüssel erfolgen, könne  man  parallel über die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG) auf bewährte Einrichtungen zurückgreifen, um Kapital und Sicherheit bereit zu stellen, so Doerr. Am 30. Juni will die Regierung ein landeseigenes Konjunkturpaket unter dem Motto „Sachsen startet durch“ auf den Weg bringen.

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Der Beteiligungsfonds  habe „eine sehr hohe Priorität“, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Zugleich mahnte er an, „Maß und Mitte“ zu halten. Auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatte schon einen solchen Fonds in Aussicht gestellt – vor allem für Maschinen- und Anlagenbauer, Zulieferer und Technologieunternehmen. Über die Höhe des Fonds und die Struktur  möglicher  Beteiligungen wird derzeit noch intensiv diskutiert. Dulig machte  deutlich, dass eine Landesbeteiligung an Bedingungen geknüpft werden müsse wie Beschäftigungssicherung und Innovationskraft.  Er  zeigte sich trotz aller Schwierigkeiten zuversichtlich, dass Sachsen glimpflicher als andere Länder durch die Krise komme. „Weil wir eine starke und flexible Wirtschaft haben.“ 

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