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Sagenhafter Spuk

Der Bautzener Ekkehart Heute erhält sich seine Träume und eröffnet Ostern seine Puppentheatersaison.

Von Miriam Schönbach

Mit der Geschichte vom „Geist auf dem Petri-Kirchhof“ will Ekkehart Heute am Ostersonntag in die Saison mit seiner kleinen Puppentheaterbühne „Unterm Schloss 48“ in Bautzen starten. Den ganzen Winter feilte der Bautzener an den letzten Details seiner Inszenierung im ehemaligen Ziegenstall der Großen Ratsmühle. Schließlich ist der Amateur Autor, Dramaturg, Ausstatter, Regisseur, Techniker, Kulissenbauer, Beleuchter und selbstverständlich Puppenspieler in Personalunion. Lächelnd schaut er in den Spiegel gleich gegenüber seinem Bühnenbild. Darin beobachtet der 52-Jährige seine Handgriffe, die Mimik und Gestik ganz genau, oder auch wie das Licht wirkt. Zuweilen soll man ihn hinter der verschlossenen Holztür auch Selbstgespräche führen hören.

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Ekkehart Heute lacht fröhlich. Mit dem Start in seine Spielzeit 2014 rückt er seinem Traum von der eigenen Kleinkunstbühne wieder ein Stückchen näher. Er beginnt vor gut neun Jahren mit der ersten selbst gebauten Puppe. „Auf einmal war diese Idee da. Dieser Gedanke setzte sich fest“, wundert sich der technische Mitarbeiter der Diakonie Bautzen fast selbst. Schließlich hatte der gelernte Gas-Wasser-Installateur mit seinen heutigen Bühnenkollegen früher so gar nichts am Hut. Stattdessen interessierten ihn eher technische Phänomene. Erst bei späteren Urlaubsfahrten in den Süden entdeckt der Heimatgeschichte-Interessierte historisches Freilufttheater für sich.

Doch auch da wagt Ekkehart Heute noch nicht, an eine eigene Bühne unterhalb des Burgwasserturms zu denken. Stattdessen probiert er sein schauspielerisches Können beim Budissiner Marktgesinde aus. Inzwischen schnuppert er Bühnenluft bei der Theatergruppe „Kontakt“ in Bautzen-Gesundbrunnen – und selbstverständlich auf den eigenen Brettern, die die Welt bedeuten. Sein kleines Refugium erwirbt er im Herbst 2007 auf der Suche nach einem Platz für seine großen Puppen. Doch dann fordert das Haus an der Spree erst einmal seine gesamte Aufmerksamkeit. In mühevoller Handarbeit saniert er das langjährige Domizil des VEB Denkmalpflege.

Seine Hauptdarsteller vernachlässigt er zwischen Beruf, Baustelle und anderen Verpflichtungen ein wenig. Ekkehart Heute wird nachdenklich. „Viele begraben in solchen Zeiten ihre Wünsche. Ich habe mir zum Glück meine Träume erhalten“, sagt er und rückt dem Bürgermeister im Geister-Stück die goldene Amtskette gerade. Bei dieser Produktion soll es nicht bleiben. Bereits geprobt wird für die Geschichte vom „Listigen Bauern und dem geprellten Männlein“ frei nach den Gebrüdern Grimm. Das ist eine Ausnahme. Normalerweise findet der Puppenspieler seine Stoffe in der Bautzener und Lausitzer Sagenwelt.

Vorstellungen am 20. April. 13 und 15 Uhr. Die Puppenbühne befindet sich in der Straße Unterm Schloss 48.