merken
PLUS Pirna

Punktspiele wieder ab Herbst

Fußball: Für die Serie 2020/21 gibt es schon einen genauen Termin, der Modus aber bleibt offen. Beim VfL laufen die Vertragsgespräche.

Kapitän Tim Baumann (rechts) führte den VfL Pirna-Copitz in der abgebrochenen Landesliga-Saison auf Rang drei. 2020/21 ist ein Medaillenplatz erneut das Ziel.
Kapitän Tim Baumann (rechts) führte den VfL Pirna-Copitz in der abgebrochenen Landesliga-Saison auf Rang drei. 2020/21 ist ein Medaillenplatz erneut das Ziel. © Marko Förster

Bis zum 15. Juni müssen die Vereine ihre Landesliga-Mannschaften beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) melden. Es ist davon auszugehen, dass mindestens 20, eher aber 22 Teams in die Saison 2020/21 starten werden. Der erste Spieltag soll nach den Sommerferien am ersten September-Wochenende ausgetragen werden. „Dieser Termin würde allen eine ordentliche Saisonvorbereitung ermöglichen“, betont SFV-Spielausschuss-Chef Volkmar Beier.

Da sich bei 22 Teams aber kaum zu bewältigende 42 Spieltage ergäben, sucht Beier mit seinen Mitstreitern und den Vereinen nach einem alternativen Modus: „Im Gespräch ist die Bildung von Staffeln und danach eine Play-off- sowie eine Play-down-Runde. Möglich wäre aber auch, nur eine Hinrunde mit 21 Spieltagen zu spielen und dann Play-offs und Play-downs folgen zu lassen.“ Binnen zwei Jahren soll die 6. Liga wieder auf die Soll-Stärke von 16 Teams reduziert werden. Das heißt, es müssten über zwei Serien jeweils mehr Mannschaften absteigen, als aus der Landesklasse nach oben rücken. Ab 2022/23 wäre dann wieder der „Normalzustand“ erreicht.

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Nach dem Aussetzen aller noch ausstehenden Punktspiele der laufenden Meisterschaft, die der VfL Pirna-Copitz auf Rang drei abschließt, haben die Vereine jetzt Planungssicherheit. „Die Vertragsgespräche mit den Spielern laufen“, sagt Stefan Bohne, 1. Vorsitzender des VfL Pirna. Für das Trainerduo Frank Paulus und Enrico Mühle wird es kaum Überraschungen geben, denn das Gerüst der Mannschaft bleibt zusammen. Was nicht verwundert, hört man Kapitän Tim Baumann genau zu: „Wir hatten eine geile Hinrunde gespielt, wo definitiv noch ein paar Punkte mehr drin waren. Ich bin der Meinung, dass wir uns auch am Ende der Saison auf den Plätzen zwei bis vier eingefunden hätten. Wir haben einen guten Mix aus älteren beziehungsweise erfahreneren und jungen Spielern, die Gas geben und echt etwas lernen wollen. Alle ziehen an einem Strang, der Zusammenhalt der Mannschaft ist gut und das ist, denke ich, auch der Hauptgrund für die guten Ergebnisse der abgebrochenen Saison.“

Aufstiegsberechtigt sind der Hainsberger SV aus der Landesklasse Mitte, der SSV Markranstädt (Nord), der FV 06 Laubegast und die SG Striesen (beide Ost) sowie Motor Marienberg und Empor Glauchau (beide West). Bisher hat keiner der Vereine signalisiert, bis Mitte Juni seinen Aufstiegsverzicht zu erklären. Als 23. Landesliga-Team wäre Oberliga-Absteiger VfL Hohenstein-Ernstthal infrage gekommen, erklärte aber seinen Verzicht, zukünftig in der 6. Liga spielen zu wollen.

Fünf Trainerwechsel schon sicher

Personell hat sich in der Landesliga bereits einiges getan, obwohl das Spieljahr offiziell erst am 30. Juni endet. Bei Kickers Markkleeberg ist Heiko Brestrich nach knapp acht Jahren nicht mehr Chefcoach, sein Nachfolger ist Ronny Meißner, der zuletzt die A-Junioren des 1. FC Lok Leipzig trainierte. Bei Handwerk Rabenstein hört Andre Stöhr nach fast sieben Jahren auf der Trainerbank auf. Neuer Coach ist der 35 Jahre alte Ringo Delling, der seine Fußballschuhe an den Nagel hängt und nun an der Seitenlinie aktiv sein wird. Beim Aufsteiger in Laubegast widmet sich der Ex-Heidenauer Oberliga-Trainer Andreas Haupt zukünftig wieder ausschließlich seiner Tätigkeit als Sportchef. Haupt hatte zwischenzeitlich auch das Coaching übernommen und die Ostdresdner in die Landesliga geführt. In der kommenden Saison wird Ex-Dynamo Christoph Klippel, zuletzt Spieler-Trainer in Großröhrsdorf, die Mannschaft führen. Beim LSV Neustadt/Spree muss Trainer Karsten Haasler, seit mehr als zehn Jahren im Amt, seinen Hut nehmen, Ein Nachfolger wurde vom Verein noch nicht bekanntgegeben. Ebenso bei Stahl Riesa, wo der Vertrag mit Trainer und Nachwuchschef Andreas Pach nicht verlängert wird.

Zwei Neuzugänge vermelden die Radebeuler: Robin Huth kommt vom SV Einheit Kamenz, Fernando Lenk vom Regionalligisten Bischofswerdaer FV. Trainer Daniel Wohllebe hat seinen Vertrag bis 2021 verlängert und freut sich auf die beiden Linksbeiner: „Wir wollten etwas für unseren Abwehrbereich tun und haben zwei erfahrene Spieler bekommen, die unsere Youngster führen werden.“ In Großenhain haben Kapitän Eric Bachmann und Torjäger Torsten Marx (55 Tore in 63 Punktspielen) einen neuen Kontrakt unterzeichnet. Der erste Zugang der Wilsdruffer, Sebastian Kindermann, kommt vom Heidenauer SV.

In Kamenz bleibt das Trainer-Erfolgsduo Frank Rietschel und Dirk Rettig, trotz der Kürzung des Etats und vieler Spieler-Abgänge. Die Lessingstädter, die nach Ausbruch der Corona-Pandemie ihren Oberliga-Aufstiegsverzicht erklärt hatten, können zumindest noch auf einige Leistungsträger bauen, denn Kapitän Alexander Schidun sowie Franz Häfner und Martin Sobe haben ihr Bleiben zugesagt. „Wir werden junge Leute aus der Region holen und eine neue Mannschaft aufbauen“, so Rietschel, der seit 2013 im Traineramt ist. „Ich habe lange überlegt, aber so wollte ich in Kamenz nicht aufhören. Wir haben hier viel aufgebaut.“ Sandro Schulze, so wird in Kamenz gemunkelt, soll sich mit dem Hainsberger SV einig sein. In Niesky hat Trainer Paul Seifert seinen Wunschspieler bekommen. Vom Liga-Neuling SG Striesen kommt Oliver Hegewald, der in 14 Punkspielen zehn Treffer markierte. Die Striesener waren erst aufgrund eines Sportgerichtsurteils und der vom SFV angewandten Quotienten-Regelung als Zweiter der Landesklasse Ost in die Landesliga aufgerückt.

Mehr zum Thema Pirna