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Döbeln

Saisonarbeiter aus Osteuropa händeringend gesucht

Für die Landwirte wird es schwieriger, Helfer für die Ernte zu finden. 

©  dpa / Symbolbild

Region. Saisonarbeiter spielen besonders für die Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Rolle – in der Erntesaison sind sie unverzichtbar. Seit der Einführung der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit im Mai 2011 können Menschen aus EU-Nachbarländern in Deutschland arbeiten, wie Einheimische auch. Das Arbeitsgenehmigungsverfahren ist damit entfallen und hat die Möglichkeiten der Arbeit in Deutschland vereinfacht.

In diesem Jahr wurden mit einem Gesetz die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse auf drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage festgelegt. Damit soll den Landwirten und Gärtnern erleichtert werden, Saisonarbeitskräfte für ihren Betrieb zu gewinnen, weil die Erntehelfer sozialversicherungsfrei arbeiten können. Früher betrug die Beschäftigungsfrist für kurzfristig Beschäftigte zwei Monate oder 50 Arbeitstage.

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Frank Vollgold, Pressesprecher der Arbeitsagentur Regionalstelle Sachsen, erklärt , welche Bedingungen für den Einsatz von Erntehelfern herrschen.

Welche Saisonarbeiter fehlen in Sachsen momentan am meisten?

Aktuell läuft die Erdbeerernte. Es werden noch händeringend Erntehelfer auch für die noch bevorstehende Ernte des Baumobstes gesucht (Kirschen, Äpfel, Birnen). Die sächsischen Oberstbauern sind auf jede „helfende Hand“ angewiesen. Wichtig ist, dass die Erntehelfer körperlich belastbar, fleißig und zuverlässig sind. Jeder Mann und jede Frau (ob Student oder arbeitsuchend), die diese Voraussetzungen erfüllen, sind herzlich willkommen. Erntehelfer können dann von guten Arbeitsbedingungen und guten Löhnen profitieren.

Bekommen die ausländischen Saison-Arbeitskräfte die gleichen Bedingungen, gleiches Gehalt wie Einheimische?

In Deutschland gibt es einen allgemeinen Mindestlohn. Der liegt in diesem Jahr bei 9,19 Euro pro Stunde. Dieser gilt für deutsche und ausländische Arbeitskräfte. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie Arbeitsschutz, sind für alle gleich.

Ist der Stundenlohn von den Saison-Arbeitskräften normalerweise höher oder niedriger als bei Vollbeschäftigten?

Entscheidend für den Stundenlohn der Erntehelfer ist neben dem ohnehin gültigen Mindestlohn, die Leistung. Wer fleißig ist, hat gute Chancen, den Mindestlohn mit einer Leistungsprämie aufzustocken. In Sachsen hatten im Jahr 2017 die vollzeitbeschäftigten Erntehelfer ein Medianlohn von rund 1 700 Euro/Monat. Allein mit dem Mindestlohn hat man in Deutschland bei einer 40-Stunden-Woche einen Verdienst von fast 1 600 Euro/Monat).

Warum gibt es noch offenen Saison-Arbeitspositionen in Sachsen?

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