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Saisonstart trotz Widrigkeiten

Die Renovierung des Waldbads Oberau ist fast fertig, die neue Campingsaison eröffnet. Doch höhere Gewalt droht die Arbeit auf lange Sicht zu sabotieren.

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© hübschmann

Von Mara Lisa Strohbehn

Eigentlich war Alexander Rajek zuversichtlich: Durch den milden Winter konnten Wiesen und Wege des Campingplatzes Oberau schon zeitig von Laub und Ästen befreit werden. Die Eröffnung des Geländes zu Ostern schien nur noch Formsache. Einen Sturm und etliche Regenschauer später steht der Objektleiter auf dem Spielplatz am Badesee und blickt betreten auf die umherliegenden Äste und Zweige, die der Wind von den Bäumen geweht hat. „An manchen Stellen rechen wir drei- bis viermal Laub, das nimmt kein Ende“, sagt er und meint das miese Wetter in der Karwoche, das die Bauarbeiten erschwert hat. Metallverankerungen ragen aus dem Boden – das Fundament des neuen Spielhauses, das mit Turm und Schaukel errichtet werden soll. Auch eine Kletterwand ist vorgesehen. Die Fertigstellung plant Rajek für Mitte Mai, wenn das Waldbad öffnet.

Doch vorerst bleibt der Spielplatz eine Baustelle. Ähnlich sieht es an der benachbarten Wasserrutsche aus, sie ist ebenfalls mit Absperrband verhängt. Erstmals in der Geschichte des Waldbads musste die Rutsche vergangenes Jahr die ganze Saison über gesperrt bleiben, weil der Wasserstand zu niedrig und die Verletzungsgefahr für die Kinder zu hoch war. 20 Zentimeter hatten gefehlt, damit der See voll gewesen wäre. Schuld daran war der milde und schneearme Winter 2013/14.

Als Alexander Rajek die Objektleitung von Campingplatz und Waldbad 2011 übernahm, lief der See nach dem üblichen Wasserablassen und Entschlammen Ende Oktober binnen sechs bis acht Wochen auf natürliche Weise wieder voll. Mittlerweile dauert das fünf Monate, dieses Jahr ist der See erst zur Hälfte gefüllt. Deshalb wünscht sich Rajek viel Regen bis zum Beginn der Badesaison Mitte Mai, obwohl der ihn an der Arbeit hindert und die Fertigstellung des Spielplatzes gefährdet.

Mit Wasserrutsche und Spielplatz droht damit schon an zwei der drei Attraktionen, die für den Bade- und Urlaubstourismus wichtig sind, eine Flaute. Doch wenigstens die Badgaststätte wird in dieser Saison wieder geöffnet sein. Neben Brötchenservice und Imbiss will der neue Betreiber René Chrobok auf der großen Terrasse im Sommer auch frisch Gegrilltes anbieten. Mittagsgerichte runden das Speisenangebot von Ostern bis Oktober ab. – Platzchef Rajek hat schon einen Blick in die geplante Mittagskarte geworfen und findet sie ordentlich – was ihn guter Hoffnung für das Wohl und Weh seiner Campinggäste sein lässt. Nichts besänftige die zuweilen verdrießlichen Dauercamper mehr als ein gutes Essen zur Mittagszeit. „Dauercamper sind Gewohnheitstiere“, sagt Rajek, die immer zu Ostern mit Sack und Pack raus auf den Campingplatz ziehen und erst Ende Oktober, wenn der Campingplatz seine Tore wieder schließt, zurück in ihre Häuser oder Wohnungen in Meißen, Coswig oder Radebeul zurückkehren.

Im Schnitt sind 105 der 120 Saisonstellplätze belegt. Somit sind die Dauercamper eine verlässliche Einnahmequelle. Mit ihrer Pacht kann die Gemeinde Niederau als Eigentümerin der Anlage Investitionen stemmen, die dem Tages- und Urlaubstourismus zugute kommen. Rajeks erklärtes Ziel ist es, die Belegung der Touristenwiese von derzeit 30 auf künftig 100 Prozent zu steigern. Zumindest an Pfingsten und Himmelfahrt ist er in diesem Jahr mit 90-prozentiger Ausbuchung nahe dran.