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Sandstein und Musik startet mit Güttler

Das Festival setzt mit einem Sonderkonzert in Königstein ein Zeichen, dass es weitergeht. Und plant jetzt bis zur Bläserweihnacht im Dezember.

Sorgenvoll: Martin Steude, Geschäftsführer der Festivalkultur Sächsische Schweiz gGmbH.
Sorgenvoll: Martin Steude, Geschäftsführer der Festivalkultur Sächsische Schweiz gGmbH. © Thomas Morgenroth

Mit einem halben Jahr Verspätung und nach 15 ausgefallenen Konzerten will das Festival Sandstein und Musik am nächsten Sonntag in die 28. Saison starten. Mit einem Sonderkonzert mit Ludwig Güttler, dem Intendanten des Festivals, und seinem Blechbläserensemble in der Stadtkirche in Königstein. Der Dresdner Trompeter hätte auch zur regulären Eröffnung am 21. März in der Marienkirche in Pirna gespielt, begleitet von seinen Virtuosi Saxoniae.

Martin Steude, Geschäftsführer der Festivalkultur Sächsische Schweiz gGmbH (Fekuss), ist froh, dass die Veranstaltung stattfinden kann. „Sie ist ein wichtiges Zeichen, dass es uns noch gibt“, sagt der 59-Jährige. Eine Woche lang hat er mit dem Regionalkirchenamt Dresden und dem Gesundheitsamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge geackert, um ein genehmigungsfähiges Hygienekonzept auf die Beine zu stellen. Steudes Erfahrungen sind positiv: „Ich habe gespürt, dass alle Beteiligten daran interessiert sind, dass die Veranstaltung stattfinden kann.“

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190 Plätze darf das Festival in der Königsteiner Marienkirche verkaufen, normalerweise passen mehr als doppelt so viele Gäste hinein. Die Nachfrage sei gut, sagt Steude: „Wir werden wohl ausverkauft sein.“ Er hofft, dass auch die restlichen zwölf Konzerte des 28. Festivals bis hin zur Bläserweihnacht in Pirna stattfinden dürfen. Gewissheit aber hat er nicht.

Nach zwei Sonderkonzerten im Juli im Festspielhaus Hellerau mit Teilnehmern des in diesem Jahr abgesagten Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und Güttlers Gastspiel in Königstein, soll das erste reguläre Konzert am 5. September im Schloss Weesenstein stattfinden. Und das gleich zweimal nacheinander, um den behördlichen Auflagen zu genügen. Am 6. September dann ist das Festival in der Bergkirche in Tharandt zu Gast. „Wir arbeiten an den Konzepten“, sagt Steude und hofft, dass der Freistaat die Restriktionen ab September nicht wieder verschärft. Alle aktuellen Regelungen gelten nur bis 31. August.

„Die Unsicherheit ist groß“, sagt Steude. Unter diesen Umständen gewinnt das diesjährige Motto des Festivals „Freiheit und Wagnis“, das eigentlich dem 250. Geburtstag Beethovens gewidmet ist, eine ganz neue Bedeutung. Was die staatlichen Einschränkungen am Ende für die Fekuss bedeuten, weiß Steude nicht. Dank der Förderung durch den Freistaat sei das Unternehmen jedoch akut nicht gefährdet. Eine Mitarbeiterin und er selbst sind in Kurzarbeit, das spart Kosten. „Aber ob wir unter diesen Bedingungen das Jahr 2021 überleben, ist ungewiss“, sagt Steude.

Er ist für das Verständnis der Gäste dankbar, die bereits Eintrittskarten gekauft hatten. „Viele wollten ihr Geld nicht zurück und waren mit einem Guthaben für 2021 einverstanden oder haben es gespendet“, sagt der Geschäftsführer. Jeweils 6.000 Euro für Sandstein und Musik und das komplett abgesagte Schostakowitsch-Festival sind so zusammengekommen.

Steude freut sich nun auf die musikalische Reise durch drei Jahrhunderte mit Ludwig Güttler und seinen Blechbläsern in Königstein. Vielleicht kann der sorgengeplagte Geschäftsführer bei Telemann, Brahms oder Schütz abschalten – und neue Kräfte tanken. Er wird sie brauchen.

Konzert mit Ludwig Güttler am 30. August, 17 Uhr, in der Stadtkirche Königstein, Tickets: Tel. 03501 446572.  

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