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Sandsteinschmuck soll erneuert werden

Bei den historischen Skulpturen und Vasen an der Friedrichstraße macht sich das Alter bemerkbar. Doch die Restaurierung ist teuer.

© sächsische zeitung

Von Linda Barthel

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Auf den Mauern entlang der Friedrichstraße thronten einst mehrere barocke Sandsteinvasen. Zwischen dem Alten Katholischen Friedhof und dem Ostravorwerk markierten sie den Eingang zu den königlichen Menageriegärten. Heute, viele Jahre später, gibt es nur noch drei im Original erhaltene Vasen. Sie befinden sich allerdings in einem schlechten Zustand. Auch bei den anderen Sandsteinelementen entlang der Straße macht sich das Alter immer mehr bemerkbar. So am historischen Schmuck vor dem Eingang des Krankenhauses. Ein Altstädter Ortsbeirat setzt sich jetzt für die Restaurierung ein.

Eine entsprechende Anfrage hat Marko Beger (FDP) bereits an die Stadt gestellt. Aus einem erfreulichen Anlass. Denn vor Kurzem sind die beiden fehlenden Torvasen an der Zufahrt zum Bramschkontor, auf dem einst eine Spirituosenfabrik ansässig war, rekonstruiert worden. Ein benachbarter Steinmetzmeister fertigte diese mithilfe historischer Fotos an. Darum hatten sich Stadt und mehrere Friedrichstädter Vereine seit über einem Jahr bemüht.

Dass die Vasen nun wieder auf den Torsäulen thronen, freut vor allem die Bewohner des Bramsch-Areals. Dazu gehört auch Marko Beger, der nun hofft, dass auch der andere Sandsteinschmuck erneuert wird.

Dazu zählen auch die vier zum Teil beschädigten Löwenskulpturen vor dem benachbarten Krankenhaus. „Eine hat zum Beispiel keine Tatzen mehr“, sagt der Friedrichstädter. „Über die Jahre wird sich der Zustand nicht bessern. Aber die Sandsteinelemente sind ein wichtiger Teil der historischen Umgebung.“ Es sei Aufgabe des Denkmalamts, dafür zu sorgen, dass die barocke Bausubstanz erhalten wird und nicht verfällt. „Die gibt es so wie in der Friedrichstadt nirgendwo anders in Dresden“, sagt der Altstädter Ortsbeirat.

Ähnlich sehen es auch die Mitarbeiter des Krankenhauses Friedrichstadt. Für die Sanierung der Sandsteinelemente vor und im Klinikum hat eine Planungsgesellschaft sogar schon ein Konzept erarbeitet. „Es enthält detailliert alle notwendigen Arbeiten an jedem einzelnen Objekt und die Kostenschätzung dazu“, sagt Pressesprecherin Sabine Hunger. Zum Projekt würden beispielsweise die vier Löwen vor dem Palais, die Hermen in und vor dem Klinikum sowie die Skulpturen des Themistokles und der Tomiris im Park gehören.

„Das Augenmerk liegt auf den Objekten, die aktuell den Witterungseinflüssen ausgesetzt und deshalb vorrangig zu sanieren sind“, so Hunger. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 130 000 Euro. Im vergangenen Sommer hatte der Verein der Freunde des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt bereits einen Förderantrag an eine große Stiftung gestellt. Den notwendigen Eigenanteil hätten Klinik und Verein gemeinsam aufgebracht. „Leider haben wir Ende vergangenen Jahres eine Absage erhalten“, sagt Hunger. Nun würde nach neuen Fördermöglichkeiten gesucht. Noch ist allerdings unklar, ob sich Unterstützer für das Projekt finden.

Ebenso ungewiss ist die Zukunft des Sandsteinschmucks am Eingang zum alten Ostravorwerk. Eine der beiden Vasen ist noch erhalten, befindet sich allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Die zweite Vase fehlt komplett. Der Bauträger Fira plant auf dem Areal, das auch als Keimzelle der Friedrichstadt bekannt ist, ein Wohngebiet. Ortsbeirat Beger hat sich bei der Stadt erkundigt, ob der Eigentümer zur Rekonstruktion der fehlenden Vase verpflichtet wird. Das ist laut Rathaus allerdings nicht möglich. Zurzeit befinden sich die Torvasen im Besitz des Investors. Sobald die Zufahrt auf das Areal als öffentliche Straße gewidmet würde, ist die Stadt jedoch wieder für die Vasen zuständig. Wenn die Möglichkeiten gegeben sind, könnte die Restaurierung dann gefördert werden. Momentan sind aber weder die Sanierung der erhaltenen Vase noch die Kopie der zweiten Vase geplant, sagt Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos).

Ortsbeirat Beger gibt sich damit nicht zufrieden. Der Friedrichstädter will sich weiter dafür einsetzen, dass der Sandsteinschmuck entlang der Friedrichstraße erneuert wird. Immerhin sei die Stadt dazu verpflichtet, Denkmalgut zu erhalten. „Man hat hier die Chance, Modernes und Geschichte miteinander zu verbinden“, sagt er. „Dresden hat doch schon genug verloren.“

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