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Sanierte Griechen

Der Sage nach trug Nessos die Ehefrau des Herkules über einen Fluss. Plötzlich begrapschte der Unzüchtige die Dame, und Halbgott Herkules erlegte ihn in aufbrausender Selbstjustiz mit einem Pfeil. Diese...

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Von Cornelius Pollmer

Der Sage nach trug Nessos die Ehefrau des Herkules über einen Fluss. Plötzlich begrapschte der Unzüchtige die Dame, und Halbgott Herkules erlegte ihn in aufbrausender Selbstjustiz mit einem Pfeil. Diese Szene verewigte der italienische Bildhauer Antonio Corradini auf einer Skulptur, zu sehen auf dem Schmuckplatz im Großen Garten.

Heute hat der schmutzige Sittenstrolch Nessos wieder ein unschuldig weißes Gewand – dank des Fördervereins der Schlösser und Gärten in Dresden. Für knapp 21 000 Euro ließ der die Marmorfigur renovieren und übergab sie Andrea Dietrich, Direktorin der denkmalgeschützten Liegenschaft. Die zeigte sich erfreut ob der wieder erstrahlenden Pracht des Kunstobjektes: „In Zeiten knapper Kassen sind wir über dieses Ereignis sehr glücklich“. Die Sanierung wäre auch dringend notwendig gewesen. Einst unter August dem Starken aus Venedig geordert, gab die Skulptur lange Zeit ein gutes Bild ab – doch gegen Wind und Wetter sind auf Dauer selbst die robustesten Marmorgriechen nicht gefeit. So begann der Förderverein vor zwei Jahren mit der Sanierung.

Fehlende Gliedmaßen wurden ersetzt, die Substanz gefestigt, Risse geschlossen und Verfugungen erneuert. Zum Schluss gab es eine Wachspackung für die Oberfläche. Jetzt streckt Deianeira wieder ihren Arm in luftige 2,70 Meter Höhe.