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Sanierter Kirchturm hat neues Geläut

Mit viel Eigeninitiative der Bewohner ist in Limbach und Birkenhain in letzter Zeit vieles neu entstanden.

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Von Lilli Vostry

Mit Gebäuden kennt er sich gut aus. So überlegte Carl-Jürgen Steinkopf nicht lange, als er den einstigen Gasthof „Zum Erbgericht“ in Limbach 1999 erstmals sah. „Das Haus stand leer und ich suchte gerade neue Räume für mein Architekturbüro“, erzählt der rüstige 70-Jährige. Der ehemalige Gasthof gehört zu einem historischen Vierseithof, den Steinkopf mit Fördermitteln aus dem sächsischen Dorfentwicklungsprogramm umfassend sanierte. Wo einst der Tresen stand, befindet sich nun sein Schreibtisch. Außerdem wurden im alten Gasthof vier Wohnungen errichtet. „In letzter Zeit ist vieles neu entstanden“, sagt Steinkopf, der seit vier Jahren als Ortsvorsteher in Limbach-Birkenhain ehrenamtlich daran mitarbeitet. Limbach und Birkenhain trennen zwar einige hundert Meter, doch tatsächlich gehören beide Dörfer schon ewig zusammen. Die Birkenhainer gingen früher in Limbach zur Schule und in die Kirche. Letzteres tun sie immer noch. Der Kirchturm ragt bereits frisch saniert samt neuem Geläut und Dach in den Himmel. Der Vorplatz der Kirche wird noch neu gestaltet.

1999 wurde Limbach-Birkenhain für fünf Jahre in das Dorf-Förderprogramm aufgenommen. Seither wurden 22 neue Einfamilienhäuser gebaut und von den Bewohnern viele Häuserfassaden und Dächer erneuert. „Das Programm hat ausgestrahlt und auch viele private Initiativen angeregt“, sagt Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU).

Das wirke sich auch auf die seit Jahren stabile Einwohnerentwicklung aus. Inzwischen leben auch viele junge Familien in der Umgebung von Wilsdruff. Seit einiger Zeit wird in Limbach das alte Rittergut zu neuem Leben erweckt. Das Areal wird saniert durch die Stiftung „Leben und Arbeit“, die sich 2001 gründete und von der Stadt Wilsdruff, dem evangelisch-lutherischen Kirchenbezirk Meißen und von privaten Unternehmen getragen wird. Das weiß verputzte Arbeitshaus mit Speisesaal und Veranstaltungsraum ist bereits fertig. Davor sitzen Jugendliche, die gerade Mittagspause haben. Eine Katze streunt über den Hof, vorbei an den von Bäumen gesäumten alten Stallgebäuden und dem noch verfallenen Herrenhaus. „Dennoch strahlt das alte Rittergut bereits auf das Ortsumfeld aus und wird gut besucht“, sagt der Ortsvorsteher bei einem Rundgang auf dem Hof.

Regelmäßig gibt es hier kulturelle Angebote wie Ausstellungen, Lesungen, Musik und Tanz. Dreimal im Jahr lädt das Rittergut die Anwohner zu einem Tag der offenen Tür ein. Das Gästehaus für Mitarbeiter und Seminarbesucher soll im Frühjahr fertig saniert sein. Geplant ist, die alte Scheune künftig als Vortragssaal zu nutzen.

Noch nicht zufrieden ist Steinkopf mit dem derzeitigen Abwasserkonzept für Limbach und Birkenhain. „Wir wollen erreichen, dass neben einer zentralen Abwasserentsorgung auch weiterhin dezentrale Abwasseranlagen möglich sind und – sofern noch nicht vorhanden – über Fördermittel realisiert werden können“, sagt Steinkopf. Damit spare die Stadt Wilsdruff auch Geld, das sie für gemeinnützige Einrichtungen einsetzen könnte. Gut findet er, dass bald ein neuer Wander- und Fahrradweg von Wilsdruff nach Mohorn entlang der alten Kleinbahnstrecke entstehen soll. Viele wünschen sich auch eine Anbindung zum Tharandter Wald, sagt Ortsvorsteher Steinkopf. „Bisher hatten die sozialen Einrichtungen Vorrang.“