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Sanierung an der Kollwitzstraße verzögert sich

In Zartlila leuchtet die frisch gemalerte Außenwand. Mittendrin prangt die Aufschrift „Modernes Wohnen in Heidenau“. An der anderen Stirnseite des Gebäudes Käthe-Kollwitz-Straße 30 bis 36 hievt gerade ein Kran schweren Fußbodenbelag in die oberste Wohnung.

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Von Mareike Huisinga

In Zartlila leuchtet die frisch gemalerte Außenwand. Mittendrin prangt die Aufschrift „Modernes Wohnen in Heidenau“. An der anderen Stirnseite des Gebäudes Käthe-Kollwitz-Straße 30 bis 36 hievt gerade ein Kran schweren Fußbodenbelag in die oberste Wohnung. Die Wohnungsgenossenschaft Elbtal (WGE) saniert derzeit das Gebäude. Doch die Maßnahme hinkt dem Zeitplan hinterher.

Sanierung sollte schon

im Dezember fertig werden

„Eigentlich hätte die Sanierung schon zum 23. Dezember abgeschlossen sein sollen“, sagt WGE-Vorstandsmitglied Frank Oelke. Aber der frühe Wintereinbruch machte einen Strich durch die Rechnung. Schwierigkeiten hatten schon die Starkregenfälle im August und September gemacht. „Wir hatten gerade das Dach offen, es kam zu Wasserschäden in den Wohnungen“, erklärt Oelke. In zwei Wochen soll die Sanierung abgeschlossen werden. Die oberste Etage des Sechsgeschossers wurde abgetragen, das Gebäude erhielt Vollwärmeschutz. Grüne Energie inklusive: Auf das Dach wurde eine Photovoltaikanlage montiert. Die Penthousewohnung ganz oben ist übrigens schon vermietet. Außerdem werden die Balkone erneuert.

Die Bilanz von 2010 weist

ansehnlichen Überschuss auf

Zwar liegen noch keine konkreten Zahlen vor, dennoch hofft Oelke, dass die Bilanz für 2010 noch besser ausfällt als 2009. Damals stand unterm Strich ein Plus von 385000Euro. „Wir rechnen 2010 mit einem Überschuss von rund 400000Euro“, sagt Oelke.

Leerstand konnte weiter

verringert werden

Von den 1867 Wohnungen der WGE stehen aktuell 126 leer, was einer Quote von 6,7 Prozent entspricht. „Dieser Zustand ist beherrschbar, aber wir könnten theoretisch jeden Monat 30000Euro mehr einnehmen. Das tut weh.“ Als Gründe für den Leerstand nennt Oelke den Grundriss. „Die Nachfrage nach Zweiraum-Wohnungen ist sehr stark, wir können die nicht hundertprozentig bedienen.“ Außerdem seien einige Wohnungen nicht komplett saniert, was potenzielle Mieter wegen der hohen Nebenkosten ebenfalls abschrecke.

Die meisten leer stehenden Wohnungen befinden sich in Mügeln. Liegt der Leerstand vielleicht auch daran, dass Mügeln als nicht so attraktiv eingeschätzt wird? Oelke sagt klar Nein! „Mügeln hat lediglich ein Imageproblem. Dieser Ruf entbehrt jeglicher Grundlage.“ Als Beweis dafür führt er an, dass sämtliche sanierten Wohnungen in Mügeln vermietet seien. Bis 2015 will die WGE den Leerstand auf unter drei Prozent drücken.

Weitere Sanierungen sind

für 2011 geplant

Die Zielvorgabe beim Leerstand soll mit Abriss und Modernisierung erreicht werden. Konkret ist dieses Jahr die Emil-Schemmel-Straße 36 bis 42 dran. Die Nummer 36 wird zurückgebaut, bis auf das Kellergeschoss, in dem Versorgungsleitungen verlaufen. Die Wohnungen der Hauseingänge 38 bis 42 werden nach dem Vorbild der Kollwitzstraße innen und außen saniert.

Weniger Mietschulden

als im Vorjahr

Das neue Mahnsystem der Genossenschaft habe sich bewährt, sagt Oelke. Die offenen Mietforderungen sanken von 48500 Euro 2009 auf 20000 Euro im vorigen Jahr. Bereits 2009 wurde die Methode umgestellt. Die WGE-Mitarbeiter suchen säumige Mieter persönlich auf und versuchen, sich ein Bild von der Situation der Betroffenen zu machen. Unter anderem vermitteln sie die Mieter auch an andere Beratungsstellen weiter und vereinbaren Ratenzahlung. „Früher haben wir die Zahlungserinnerung per Post geschickt“, erklärt Oelke.