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Sanierung des alten Posthofs verzögert sich

Statt für Geschäfte soll das Haus nun öffentlich genutzt werden. Baustart ist 2015.

Von Dirk Schulze

Eigentlich sollten hier längst die Bauleute zugange sein. Doch Pirnas prominenteste Ruine steht weiter verlassen an der der Ecke Breite Straße/Schandauer Straße (B 172). Noch vor einem Jahr hieß es, dass die Sanierung im Frühjahr 2013 beginnen sollte. Die Eröffnung war für den Sommer 2014 angedacht. Nun werden die Arbeiten an dem historischen Gebäude wohl erst im Jahr 2015 starten können.

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Im September des vorigen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, den Komplex an die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEP) zu verkaufen. Für die Rettung des Gebäudes stand eine fast 100-prozentige Förderung aus Denkmalmitteln des Sächsischen Innenministeriums in Aussicht, die extra für solche schwierigen Objekte ausgelegt ist. Auf 2,8 Millionen Euro wurden die Kosten für die Sanierung des alten Posthofs geschätzt, 2,4 Millionen sollten aus dem Bund- und Länderprogramm Stadtumbau Ost fließen. Bedingung für die Auszahlung der Fördermittel war allerdings, dass das Haus anschließend hauptsächlich gewerblich genutzt wird. Mit einem Pirnaer Sportfachgeschäft war auch der passende Interessent gefunden. Doch der Händler sprang ab. Die Folge: Der Verkauf kam nicht zustande und die Ausschreibung begann im Sommer von vorn.

In seiner ersten Sitzung im neuen Jahr wird der Stadtrat nun erneut über den Verkauf des alten Posthofs abstimmen. Verkauft werden soll er wieder an die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEP). Geändert haben sich allerdings die Bedingungen. Nun geht es um eine hauptsächlich öffentliche Nutzung. Denkbar wären etwa Räumlichkeiten für Vereine. Es gebe bei Stadt und Entwicklungsgesellschaft erste Ideen dazu, erklärt Stadtsprecher Thomas Gockel, mehr könne er aber noch nicht preisgeben. Die Details müssten noch mit dem Fördermittelgeber – in diesem Fall das Sächsische Innenministerium – abgestimmt werden. „Die Gespräche laufen noch“, sagt Gockel. Die in Aussicht gestellte Förderung von 2,4 Millionen Euro sei aber nicht in Gefahr. „Für die Entkernung und Grobplanung sind schon erste Gelder geflossen“, sagt Gockel. Das Projekt gelte damit als begonnen. Bisher wurden einige nicht zu rettende Gebäudeteile im Hof entfernt und der Rest so gesichert, dass nicht noch mehr in sich zusammenfällt.

Wenn der Stadtrat dem Verkauf im Januar zustimmt, kann der Verkauf im Frühjahr 2014 über die Bühne gehen. Danach folgen die konkrete Planung und die Ausschreibung der einzelnen Gewerke. Durch die vorgeschriebenen Fristen können die Zuschläge allerdings erst im Oktober erteilt werden – also kurz vor dem Winter. Die Bauarbeiten werden demnach nicht vor 2015 starten. „Das ist zwar eine langfristige Perspektive“, erklärt Gockel. „Aber besser als alles andere, was wir haben.“

Das Haus mit der Adresse Breite Straße 2 ist seit Jahren eine Ruine. Seit der Wende steht das Gebäude leer. Früher hielten im Hof die Postkutschen, daher die Bezeichnung Posthalterei. Hier war ein wichtiger Umschlagplatz und ein Tor zu Stadt. Canaletto verewigte den alten Vorstadthof Mitte des 18. Jahrhunderts auf seinem Bild „Die Breite Gasse in Pirna“. Dem berühmten Künstler ist es zu verdanken, dass das Haus zum Denkmal erhoben wurde. Später fand der ehemalige Posthof als Kaserne, als Werkstatt, als Fabrik und zuletzt für Geschäfte Verwendung.

Heute ist das Gebäude nach wie vor ein Blickpunkt, den Durchreisende wahrnehmen. In den vergangenen Jahren aber ein negativer. Als Eingangstor zur Stadt soll es in Zukunft jedoch wieder Besucher ansprechend, erklärt Stadtsprecher Gockel.