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Sanierungsgebiet wird erweitert

Die Stadt Großenhain hat ihr Konzept für die Sanierung großer Brachflächen bis 2013 vorgelegt. Dazu gehören Naundorf sowie Teile von Mülbitz und Zschieschen (s. Grafik). Anders als bei der bisherigen...

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Von Birgit Ulbricht

Die Stadt Großenhain hat ihr Konzept für die Sanierung großer Brachflächen bis 2013 vorgelegt. Dazu gehören Naundorf sowie Teile von Mülbitz und Zschieschen (s. Grafik). Anders als bei der bisherigen Sanierung der Innenstadt geht es diesmal jedoch nicht nur um schöne Fassaden, sondern die Neuordnung von Flächen. Kostenpunkt: neun Millionen Euro. Fördermittel wurden in Höhe von 3,6 Millionen Euro beantragt.

Abriss am Gerberdamm

Losgehen könnte es im Januar 2009 gleich mit dem Abriss der Industrieruinen am Gerberdamm. Folgen werden im Laufe des Jahres der Komplettabriss des Citycenters. In Planung ist bereits der Umbau des Areals Stadtbauhof. Brachflächen an der Waldaer Straße und das alte E-Gebäude am Flugplatz sollen verschwinden. Industrie-Ruinen wie die Papierfabrik, das alte Umspannwerk an der Öhringer Straße oder die frühere Textima hat Stadtplaner Stefan Militzer langfristig im Blick.

In Naundorf, Mülbitz und Zschieschen konzentrieren sich 17der größten Altstandorte der ganzen Stadt. Beispielsweise: die Lautex (19,7 Hektar), die Papierfabrik (9,6 Hektar), der ehemalige Kreisbau (1,5 Hektar), das frühere Bau- und Montagekombinat (4,9 Hektar), die Graugießerei (2,2 Hektar), das Citycenter (2,0 Hektar), Agro Service und MAP (12,1 Hektar), das alte Umspannwerk (1,2 Hektar) oder die Brauerei Zschieschen (3,1 Hektar).

Die Sozialdaten der genannten Stadtteile haben sich in den letzten Jahren deutlich schlechter entwickelt als anderswo. So liegt die Zahl an Arbeitslosengeld-II-Empfängern in der Stadtmitte mit über 18 Prozent und Naundorf mit 16Prozent hoch. In Mülbitz knackt diese Zahl inzwischen die 15-Prozent-Marke.

Wohnen und Gewerbe trennen

Zugleich fällt der Einwohnerverlust mit 10,4 Prozent in der Zeit von 1990 bis 2006 höher aus als in den restlichen Stadtteilen. Wer es sich leisten konnte, ist weggezogen und hat am Stadtrand oder in einem der Ortsteile gebaut. Folgerichtig stehen durchschnittlich 19,2 Prozent des Wohnraumes leer. Das bezeichnet selbst Stadtplaner Stefan Militzer in Konzepten als massives Leerstandsproblem.

Hinzu kommen in Naundorf die hohe Lärmbelastung entlang der Bundesstraße 98 und Gewerbestandorte mitten zwischen Wohnhäusern. Betriebe aus Wohnlagen heraus zu bekommen, wird eine der langwierigsten Aufgaben der Stadtplaner sein.Birgit Ulbricht