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Vespern mit der Fernseh-Köchin

Sarah Wiener ist eine bekannte TV-Unternehmerin. Durch ihre Stiftung hat sich jetzt bei der Löbauer Awo-Kita Haus Sonnenschein einiges verändert.

Vesper-Buffett in der Awo-Kita Sonnenschein in Löbau. Selbst auswählen, kommt gut an.
Vesper-Buffett in der Awo-Kita Sonnenschein in Löbau. Selbst auswählen, kommt gut an. © Foto: Matthias Weber

Ein, zwei Salzstangen noch, ein kleines Schiffchen Paprika und ein Stiftel Rettich. Auf den Tellern der Kinder in der Awo-Kita Haus Sonnenschein in Löbau sieht es ein bisschen aus wie beim Mikado-Spiel. Je nach Hunger und Appetit bedienen sich die kleinen am "kalten" Vesper-Buffet. Dabei wechselt das Angebot täglich: Von Keksel-Tag über Bäckerbrot-Tag bis zum Restel-Tag ist in der Woche für jeden Geschmack etwas dabei.

Dass die Kita die Vesper nun selbst anbietet, daran ist die deutsch-österreichische Fernsehköchin Sarah Wiener Schuld. Doch der Reihe nach: Bis vor Kurzem haben auch die Kinder der Löbauer Kita zur Vesper selbst etwas mitgebracht. "Es war viel Eingepacktes dabei, viel Süßes und die Müllberge waren enorm", skizziert die Leiterin der Einrichtung Anke Gruhl die Lage. Daran wollten sie und ihre Kolleginnen etwas ändern - auch, weil sie die Einrichtung als rundum gesunde und bewegte Kita versteht. Von ihrer Zittauer Kollegin kam dann die Idee mit der Sarah-Wiener-Stiftung, die unter dem Titel "Ich kann kochen" Erziehern neue Ideen und Anleitungen für Ernährung mitgibt.

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Ein Kurs dieser Stiftung ließ sich dann an der Volkshochschule Görlitz organisieren und so sind nun Mitarbeiterinnen aus 17 Awo-Einrichtungen im Landkreis von der Stiftung geschult und mit neuen Ideen ausgestattet. Außer den Ideen hat sich die Löbauer Kindertagesstätte auch um eine Förderung beworben und kann nun 500 Euro in einem Jahr buchstäblich vervespern. "Dabei sagen wir jetzt den Kindern nicht, es gibt etwas Gesundes", erklärt Leiterin Gruhl. "Schmecken muss es - und noch besser ist es, wenn die Kinder es selbst zubereiten können, dann kosten 99 Prozent die Dinge, die wir anbieten", erklärt sie weiter.

Die Experimente verlangen aber nicht nur Geschick - zum Beispiel beim Gemüseschneiden mit kindergerechtem Messer und Schäler - sondern auch manchmal Kraft. "Wir haben aus Schlagsahne selbst Butter hergestellt, da kann man ganz schön schütteln", erzählt Anke Gruhl und lacht. Aber es habe bestens funktioniert und die Kräuterbutter hat auf frischem Brot hervorragend geschmeckt. Überhaupt war am Anfang frisches Bäckerbrot einer der großen Renner, die Kinder haben kräftig zugelangt. Auch Ketchup - ohne Zuckerzusatz - haben die Kinder inzwischen hergestellt. Und da die Kita auch selbst Gemüse in Beeten angepflanzt hat, stehen bald Spinat, Gurken und Tomaten auf dem Speiseplan.

Bei den Eltern sei man mit dem Vesper-Projekt super angekommen. Das Gemüse bringen die Mütter und Väter oft selbst mit, fragen, was gebraucht wird. Oft aber gehen die Erzieherinnen mit den Kindern auch einkaufen: "Das macht auch den älteren Kunden im Supermarkt Spaß", bilanziert Frau Gruhl und denkt dabei an die lustigen Gespräche, die sich vor Ort meist entspinnen. Und die Kinder lernen nebenbei ganz Alltägliches.

Alltäglich ist inzwischen auch eine ungewöhnliche Ruhe am Vespertisch: "Vorher hatten alle noch zu kramen und etwas rauszuholen aus ihren Taschen, jetzt sitzen alle ganz still und essen", erklärt die Kita-Leiterin. Dabei stört auch nicht, wenn sich die Kinder - wie die Erzieherinnen, die als Vorbilder immer mit essen - aufstehen und sich Nachschlag holen vom Buffet. 

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