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Saubere Sache

Das Unternehmen Kirschauer Textil stellt Reinigungstücher her. Weil der Bedarf daran steigt, kauft die Firma neue Maschinen.

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© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Geputzt wird immer und überall auf der Welt. Zum Glück für die Firma Kirschauer Textil. Bis zu zweieinhalb Millionen Reinigungstücher stellen die 80 Mitarbeiter im Monat her. „Der Bedarf an Scheuertüchern ist größer geworden. Auch Spültücher sind sehr gefragt“, freut sich Geschäftsführer Klaus Münzberg. Nicht nur fertig zugeschnittene, gesäumte und verpackte Tücher verlassen den Betrieb, sondern auch Meterware auf großen Rollen, die in anderen Unternehmen verarbeitet wird. Hinzu kommen Packdecken, die zum Beispiel Möbel beim Transport vor Beschädigungen schützen. Bis zu 120 000 Stück produziert das Unternehmen pro Monat. Gearbeitet wird in drei Schichten. Fünf Ausbildungsplätze als Maschinen- und Anlagenführer sowie Produktionsmechaniker bietet die Firma.

Im Handel finden die Kunden die Kirschauer Reinigungstücher zum Beispiel mit dem Aufdruck Vileda, denn diese Marke gehört zur Freudenberg-Gruppe, die einer der Hauptkunden der Kirschauer Textil GmbH ist. Etwa 30 Prozent der Putztücher und Packdecken gehen ins Ausland. „Der Export ist massiv angestiegen, vor allem in die nordafrikanischen und arabischen Länder“, berichtet Klaus Münzberg. Er führt das auf die politischen Veränderungen zurück, die zum Beispiel neue Zollbestimmungen mit sich gebracht haben. Die Textilfirma beliefert auch ganz Europa, wobei besonders viel Ware nach Italien geht.

Um dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden, wurde letztes Jahr eine neue Reißanlage installiert. Sie zerreißt Abfälle – sowohl aus der eigenen Produktion als auch zugekaufte – damit das Material wieder verarbeitet werden kann. Die Anschaffung der neuen Maschine war möglich, weil die Kirschauer Textil Gesellschaft durch den Kauf zusätzlicher Hallen mehr Platz zur Verfügung hat. Die Gebäude, die neben den Hallen von Münzbergs Firma stehen, nutzte einst die Decken produzierende Firma Vegro Textilproduktion, bis Ende 2008 deren Weberei geschlossen wurde. Damit standen eine große Produktionshalle und zwei Lagerhallen mit insgesamt 8 000 Quadratmetern leer. „Da mussten wir einfach zuschlagen“, sagt der Geschäftsführer, in dessen Gebäuden es schon lange beengt zuging. In den neuen Hallen werden nun Rohstoffe und Verpackungsmaterial gelagert. Aber es gibt noch freie Flächen. Die sollen künftig auch zur Produktion genutzt werden. Der Kauf einer neuen Anlage, an der Packdecken gesäumt werden, und neuer Nähwirkanlagen sind in Vorbereitung.

„Wir wollen die Produktionsabläufe in den anderen Hallen entflechten“, kündigt Julia Hildebrand an. Die 32-jährige Tochter des Firmenchefs ist seit 2004 als Prokuristin im Unternehmen tätig und leitet jetzt auch den Verkauf. Ihr Bruder Daniel Münzberg (27) betreut seit einem Jahr das Qualitäts- und Energiemanagement. Geplant ist, dass die Geschwister später zusammen die Firma übernehmen. Doch derzeit denkt Klaus Münzberg noch nicht ans Aufhören, schließlich wird er erst 60. Stattdessen beschäftigt er sich unter anderem auch mit der Umgestaltung des Geländes. An der Straße nach Wilthen, wo das alte Pförtnerhäuschen weg gerissen worden ist, kommt im Frühjahr ein neuer Zaun hin. Für eine Bebauung des Geländes, auf dem die Stadt Schirgiswalde-Kirschau eine Industriebrache abgerissen hat, gibt es gegenwärtig keine konkreten Pläne. Die Kirschauer Textil GmbH hat eine Hälfte davon, die an ihre Gelände grenzt, erworben; kurz bevor die ehemaligen Vegro-Hallen frei wurden. Sie hat also Platz für Erweiterungen – falls der Bedarf an Reinigungstüchern weiter steigt.