merken
PLUS Sport

Olympiasieger trainieren Nachwuchs

Zehn Talente gehen bei Aljona Savchenko und Bruno Massot in die Lehre. Dazu gehört auch die Tochter eines ehemaligen Eishockey-Nationalspielers.

Aljona Savchenko und Bruno Massot bejubeln ihren größten Erfolg. Die Eiskunstläufer gewinnen bei den Winterspielen 2018 den Paar-Wettbewerb.
Aljona Savchenko und Bruno Massot bejubeln ihren größten Erfolg. Die Eiskunstläufer gewinnen bei den Winterspielen 2018 den Paar-Wettbewerb. © dpa/Julie Jacobson

Köln. Ihren prallen Kugelbauch unter dem gespannten weißen T-Shirt präsentierte Aljona Savchenko voller Stolz. Im Oktober ist es schließlich soweit. Dann wird sie erstmals Mutter. Dem ordnet die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin alles unter. Risiken geht sie nicht ein – auch nicht auf gewohntem Terrain. Beim Training des Nachwuchses während des Sommercamps von Holiday On Ice blieb die 35-Jährige schön hinter der Bande. „Das Wichtigste ist, dass mit dem Baby alles gut verläuft“, sagt sie.

Der Start in ihren neuen Lebensabschnitt soll aber nicht das Ende des alten bedeuten. Die sechsfache Weltmeisterin möchte nach der Geburt ihrer Tochter „auf jeden Fall“ aufs Eis zurückkehren. „Ich will dann natürlich wieder zurück ins Laufen kommen“, sagt sie in der Trainingshalle des Traditionsklubs Kölner Haie aus der Deutschen Eishockey-Liga.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Bis dahin ist es noch ein gutes Stück Weg. Derzeit gibt die viermalige Europameisterin vorzugsweise mit ihrem Goldpartner Bruno Massot aufstrebenden Talenten wichtige Hinweise. Sie korrigiert Fehler und wiederholt mantraartig, was wichtig für das Publikum ist: Kinn hoch, Schultern anspannen und immer schön auf die Ausstrahlung achten. „Die Leute kommen nur euretwegen in die Halle“, sagt die gebürtige Ukrainerin vor versammelter Gruppe.

Zu den „Lehrlingen“ gehört auch die Tochter des ehemaligen Eishockey-Nationalspielers Andreas Niederberger. „Mein Vater war viermal bei den Olympischen Winterspielen und fünfmal deutscher Meister“, sagt die zwölfjährige Zoe. „Meine Brüder Mathias und Leon spielen auch in der Nationalmannschaft. Eislaufen liegt bei uns in der Familie.“ Mit Stolz spricht sie über ihren Vater, der von 1986 bis 1998 beim Tradtionsverein Düsseldorfer EG unter Vertrag stand und Mitglied der deutschen Eishockey-Ruhmeshalle ist.

Nächste Generation arbeitet auf ihren großen Traum hin

Auf dem Eis macht seine Tochter eine gute Figur. Das attestierten ihr auch Savchenko und Massot. Generell waren beide zufrieden mit den Leistungen der zehn Talente. „Sie waren etwas gestresst und eingeschüchtert, wissen aber jetzt, wie man es kontrolliert. Jetzt müssen sie nur daran arbeiten und ihre Motivation beibehalten“, sagte der 30-jährige gebürtige Franzose Massot, der im Oktober 2018 zum ersten Mal Vater wurde.

An Motivation mangelt es Zoe Niederberger nicht. Mit anderthalb Jahren stand sie erstmals auf dem Eis und läuft seit ihrem dritten Lebensjahr Schlittschuh. Ihr großer Traum sind die Olympischen Winterspiele. „Es wäre eine große Ehre, dabei zu sein“, sagt die Zwölfjährige. „Darauf arbeite ich hin.“

Weiterführende Artikel

Savchenko hält sich Rückkehr aufs Eis offen

Savchenko hält sich Rückkehr aufs Eis offen

Die Paarlauf-Olympiasiegerin kann wegen Corona derzeit nichts planen. Doch bei einem Comeback gibt es für sie nur ein Ziel – und außerdem viele andere Ideen.

Ob das auch einmal das Ziel ihrer Tochter sein könnte, ließ Savchenko offen. Sie würde das „sehr gern unterstützen“, aber niemals einfordern. „Jeder hat seine Vorstellungen und Träume“, sagt sie. „Ich unterstütze sie bei dem, was sie möchte – nicht, was ich will.“ Auch Massot möchte seinem Sohn diese Bürde nicht aufzwingen. „Er soll machen, was immer er will“, sagt er. „Es ist nicht so, dass wir eine Medaille gewonnen haben, und jetzt soll er das Gleiche machen. Es würde ihn nicht glücklich machen.“

„Vielleicht laufen unsere Kinder ja eines Tages zusammen“, sagt Savchenko zu ihrem Goldpartner, wohl eher nicht ernst gemeint. Denn dass dieser fromme Wunsch einmal Realität wird, erscheint ausgeschlossen. (sid)

Mehr zum Thema Sport