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Riesa

Schädlinge bereiten Landwirten Sorgen

Kohlfliege und Erdfloh werden in der Region häufiger, warnt ein Agrarunternehmen. Grund sei nicht bloß der Klimawandel.

Der Erdfloh konnte sich in den vergangenen Jahren wieder aufbauen. Denn die hohen Temperaturen begünstigen  Schädlinge.
Der Erdfloh konnte sich in den vergangenen Jahren wieder aufbauen. Denn die hohen Temperaturen begünstigen Schädlinge. © Pixabay

Peritz. Die Landwirte im Kreis werden auch 2019 noch mit den Folgen des trockenen und heißen Vorjahres zu tun haben. Die Böden seien derzeit in 60 Zentimeter noch so trocken wie 2018, sagte Agrarunternehmer Heinz Schmitt bei der diesjährigen Vorerntebesprechung seines Unternehmens DLS. Die ersten Getreidefelder müssten wegen der ungünstigen Witterungsbedingungen bereits jetzt geerntet werden, so Schmitt. Außerdem sei in diesem Jahr wegen der Trockenheit weniger Raps im Boden, es werde mehr Getreide angebaut.

Die hohen Temperaturen begünstigen darüber hinaus Schädlinge. DLS-Mitarbeiter Andreas Wilhelm erklärt, dass sich insbesondere die Populationen von Rapserdfloh und Kohlfliege in den vergangenen Jahren wieder aufbauen konnten. Das liege auch an einem 2013 erlassenen EU-Gesetz, der das Beizen mit bestimmten Wirkstoffen verbietet. Stattdessen wird nun auf den Feldern gespritzt. „Eigentlich hätte man das Beizen erlauben und das Spritzen verbieten sollen“, ärgert sich Wilhelm. Denn Letzteres trifft alle Insekten auf dem Feld.

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Die strenge Gesetzgebung erhöht auch den ohnehin schon hohen Konkurrenzdruck aus Osteuropa. Dort würden die EU-Regeln nicht oder weniger streng beachtet, was den Bauern etwa aus Polen und der Ukraine einen Vorteil verschafft – neben den insgesamt geringeren Produktionskosten in diesen Ländern. 

Laut Heinz Schmitt hat sich das auch im vergangenen Sommer bemerkbar gemacht. „Ich kenne viele Landwirte, die bis auf die letzte Elle gezockt haben“, sagt der Agrarunternehmer. Eine Weile lang habe es so ausgesehen, als habe niemand mehr Getreide, dabei spekulierten die Bauern einfach auf weiter steigende Preise. 

Jedenfalls, bis plötzlich die Ernten aus der Ukraine auf dem Markt ankamen und die Preise drückten. Erfahrungsgemäß lohne es eher, über das Jahr regelmäßig Ware in den Markt zu geben, um im Mittel Gewinn zu erzielen, mahnte Schmitt.

Um gegenüber dem Osten halbwegs konkurrenzfähig zu bleiben, rieten Schmitt und Wilhelm auch dazu, auf neue Sorten zu setzen. Dinkel sei an bestimmten Standorten eine echte Alternative und liege im Trend. „Und das können die dort nicht“, sagte Schmitt mit Blick auf Osteuropa. Auch Erucaraps sei eine Alternative. 

In Sachen Rapsanbau mache den Bauern vor allem die globale Überproduktion an Palmöl zu schaffen. Soja hingegen könne man als alternative Frucht vergessen, sagte Andreas Wilhelm. Die Pflanzen würden sich in der Region schlichtweg nicht rentieren.