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Dresden

Schädlinge machen Dresdner Bäume krank

Nicht nur für die Natur können die Krankheiten gefährlich werden. Sie sind auch ein Problem für Menschen und Tiere.

So sehen die gefährlichen Borkenkäfer aus. Diese gehören zur Art Buchdrucker.
So sehen die gefährlichen Borkenkäfer aus. Diese gehören zur Art Buchdrucker. © Archiv/Uwe Soeder

Die Hitze und Trockenheit bieten beste Bedingungen für die Baumkrankheiten, die immer mehr Eichen, Ahorne und Fichten in Dresden befallen.

Der Eichenprozessionsspinner

Bestens versorgt in der Altmarkt-Galerie Dresden

Zur Sicherstellung der öffentlichen Nahversorgung sind viele Shops für Sie weiterhin erreichbar und geöffnet.

Die gefährliche Raupe breitet sich weiter in der Stadt aus. In diesem Jahr seien das Gebiet um den Oberen Waldteich und im Albertpark besonders betroffen mit zehn und 15 Eichenbäumen, so das Umweltamt. Außerdem nisten die Raupen an Bäumen an der Hansastraße und am Olbrichtplatz. 

Das Insekt mit schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken lebt ausschließlich in Gruppen. Es ist rund drei bis vier Zentimeter lang und auf dem ganzen Körper mit Gifthaaren bedeckt. Die Berührung mit den Gifthaaren kann starke Hautreaktionen und Schleimhautreizungen verursachen. Bei Allergikern kann es zu schweren Atembeschwerden kommen. 

Grundsätzlich gefährlich sei der Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner nicht, aber die Hautreaktion könne sehr unangenehm und lang anhaltend sein, sagte Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik an der Uniklinik. Sein Rat: Sofort duschen und die Kleidung wechseln. Kommt es zu dieser Hautreaktion, sollten vor allem Kinder unbedingt bald zu einem Arzt, rät Berner. 

Keine Zeit bis zum Arztbesuch bleibt bei sehr heftigen Reaktionen oder Reizungen von Mund- und Nasenschleimhaut durch das Einatmen der Haare. Das könne zu Husten, Atemnot und asthmatischen Beschwerden, in Einzelfällen auch zu schweren allergischen Reaktionen führen. Aufpassen sollten auch Hundebesitzer, da auch die Tiere allergisch reagieren könnten.

An den Gifthaaren ist der Eichenprozessionsspinner gut zu erkennen.
An den Gifthaaren ist der Eichenprozessionsspinner gut zu erkennen. © Archiv/Rene Meinig

Die Rußrindenkranheit

Die gefährliche Rußrindenkrankheit, die sich in Leipzig ausgebreitet hat, gibt es nun auch in Dresden. Zurzeit sind dem Umweltamt folgende Standorte bekannt. 12 Bergahorne an der Lennéstraße, an der Ammonstraße verschiedene Bäume und 22 ebenfalls Bergahorne im Leutewitzer Park. Befallen sind die Bäume von einem Pilz, der bei Menschen allergische Reaktionen der Atemwege auslösen kann. 

Allerdings nur, wenn sich jemand lange rund um die Gewächse aufhält. Dieser Pilz wird von der Stadt als Schwächeparasit eingeordnet. Er befällt besonders durch Hitze und Trockenheit geschädigte Bäume. Ein Zusammenhang mit der Dürre 2018 könne also laut Rathaus nicht ausgeschlossen werden. 

Oft müssen die betroffenen Bäume gefällt und abtransportiert werden. Dabei werden besondere Schutzvorkehrungen getroffen. Die Arbeiter tragen Schutzkleidung, und es wird großräumig abgesperrt. Um die weitere Ausbreitung zu reduzieren, sollen auch in Zukunft alle betroffenen Gehölze möglichst schnell entfernt werden.

Der Borkenkäfer

Auch dieser Käfer breitet sich immer weiter in der Stadt aus. Zurzeit beläuft sich die Schadholzmenge im Stadtgebiet Dresden auf rund 15 200 Kubikmeter Holz vor allem im Staatswald im Bereich Ullersdorf und Langebrück. Die Förster zählen dabei keine Bäume, sondern rechnen in Fest- und Raummetern. Sachsenforst rechnet für die Bäume mit einer vierfachen Befallmenge im Vergleich zu 2018. 

Denn die Hitze und Trockenheit ließen die Borkenkäferpopulation ansteigen. Die Behörden kämpfen gegen die Plage mit rechtzeitigem Abschlagen des befallenen Holzes. Die Fichten werden regelmäßig auf das braune Bohrmehl der Käfer und Spechtabschläge der Rinde und auf Nadelabfall kontrolliert. Außerdem stellen die Mitarbeiter Borkenkäferfallen zur Kontrolle auf oder sogenannte Fangbäume, die mit Borkenkäferlockstoffen besprüht werden.

Borkenkäfer hinterlassen typische Spuren in der Rinde eines Baums.
Borkenkäfer hinterlassen typische Spuren in der Rinde eines Baums. © dpa/Daniel Kamann