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Schätze in einer gigantischen Fliegerhalle

Der größte einmotorige Doppeldecker der Welt und eine amerikanische Rarität - nicht nur das Fliegende Museum Großenhain beherbergt Erstaunliches.

Insgesamt drei Antonow AN2 standen über den Winter in der Fliegerhalle von Ronald Größner auf dem Flugplatz. Eine ist schon wieder im Einsatz.
Insgesamt drei Antonow AN2 standen über den Winter in der Fliegerhalle von Ronald Größner auf dem Flugplatz. Eine ist schon wieder im Einsatz. © Kristin Richter

Großenhain. Die Stadt an der Röder verteidigt mit Fug und Recht ihren Ruf als Fliegerstadt - bis heute. Dafür stehen die Berufs- und Hobbypiloten auf dem Flugplatz, das einzigartige Fliegende Museum von Familie Koch. Und außerdem eine der größten Flugzeughallen, die es in Deutschland gibt. 

Es ist die Halle des Dresdners Ronald Größner. Die größte Flugzeughalle des ehemaligen Fliegerhorstes dient hauptsächlich als Abstellfläche. Hier sind neben kleinen und großen Flugzeugen auch Wohnwagen, Boote und Pkw abgestellt. Die über 3.700 Quadratmeter große Halle aus dem Jahr 1935 - größer als die 2.000 Quadratmeter große Halle des Fliegenden Museums - kaufte Größner vor zehn Jahren kurz vor dem Tornado. Sie ist als Ausstellungshalle seines "Sächsischen Vereins für historisches Fluggerät" (SVhFG) gedacht. Auch zwei eigene kleine Flugzeuge stellt Größner hier unter. Der Dresdner ist Privatpilot mit kaufmännischem Beruf. Früher war er bei der Interflug der DDR. 

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Übern Winter waren es drei Giganten der Lüfte

Gewaltiger als alles in der Halle ist die große blaue Antonow AN2 der Hanseflug GmbH aus Wedemark bei Hannover. Sie wurde im Winter hier eingestellt, verkehrte früher als Linienmaschine zwischen den Nordseeinseln. "Die Antonow AN2 ist der größte einmotorige Doppeldecker der Welt", erklärt ihr Besitzer Tobias Kloss stolz. Großenhains große Fliegerhalle ist also deutschlandweit bekannt.

Noch eine zweite graue Antonow AN2 ist hier untergestellt. Sie gehört einem Neuhausener Springerverein. Laut Ronald Größner wird sie zum Absetzen für Fallschirmspringer genutzt. Doch der Hobbyverein hat seinen Betrieb wegen Corona noch nicht wieder aufgenommen. Eine weitere Antonow hat allerdings den Dreierbund nach dem Winter nun verlassen. Ronald Größner: "Die war aus Großrückerswalde." Auch dort gibt es einen Fallschirm-Springerverein. 

An die Zeit der Hallennutzung durch die Sowjetarmee erinnert ein in russischer Sprache eingeritzter Hinweis an einer Tür: "Wenn du gehst - Licht aus."   

Amerikanisches Fluggerät auf dem einstigen Fliegerhorst der Sowjetarmee: eine Lockheed T33.
Amerikanisches Fluggerät auf dem einstigen Fliegerhorst der Sowjetarmee: eine Lockheed T33. © Kristin Richter

Ronald Größners "Sächsischer Verein für historisches Fluggerät" besitzt auch die Lockheed T33. Sie steht jetzt zur Anschauung bei der Flugplatzfeuerwehr. "Dieses Schulungsflugzeug gehörte zur Erstausrüstung der Bundeswehr in den 60er Jahren", sagt Ronald Größner stolz. "Sie war der erste Strahljäger der amerikanischen Streitkräfte, man nannte sie F80 Shootingstar." In bundesdeutscher Verwendung bekam sie einen zweiten Sitz und Waffenunterstützung.

Die Vereinsmitglieder werden die neu zusammengebaute Rarität als nächstes neu lackieren. Als Vorlage dienen Fotos vom Originalzustand. Sechs Farbschichten seien auf dem Flieger gewesen und wurden entfernt. Damit wird der Verein seinem Ziel gerecht, historische Flugzeuge in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten und zu zeigen. Außerdem arbeiten die Liebhaber von Flug-Oldtimern ein Schulungsflugzeug "Gotha 145" aus den 30er Jahren wieder auf. 

Auch diese Rakete (hinten) gehört dem Verein für historisches Fluggerät. Es ist eine Radar gelenkte Fla Rakete SS-75. Sie war bis 1993 in Bauda zum Schutz des Großenhainer Flugplatzes mit anderen Raketen aufgestellt.
Auch diese Rakete (hinten) gehört dem Verein für historisches Fluggerät. Es ist eine Radar gelenkte Fla Rakete SS-75. Sie war bis 1993 in Bauda zum Schutz des Großenhainer Flugplatzes mit anderen Raketen aufgestellt. © Anne Hübschmann

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