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Schafbrücke kann erneuert werden

Die Gemeinde ist jetzt Besitzerin der gesperrten Anlage. Eine Gruppe des Heimatvereins soll sich der Sanierung annehmen.

Von Kathrin Krüger
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Schon wurden hier Bäume abgeholzt: Denn die Kalkreuther Schafsbrücke über die Röder kann bleiben, sie soll nicht mehr abgerissen werden.
Schon wurden hier Bäume abgeholzt: Denn die Kalkreuther Schafsbrücke über die Röder kann bleiben, sie soll nicht mehr abgerissen werden. © Anne Hübschmann

Ebersbach. Gute Nachrichten bringt Bürgermeister Falk Hentschel (CDU) in den Kalkreuther Ortschaftsrat mit. Am 23. Oktober ist ein Bescheid des Bundesamtes für zentrale Dienste in Ebersbach eingetroffen: Die Gemeinde ist jetzt Eigentümerin der Kalkreuther Schafsbrücke. Um die rangelt man sich seit Jahren. Im Dezember 2015 wurde die baufällige Brücke gesperrt. 

Die letzte Ansage im Vorjahr war: Die Brücke wird abgerissen. Nun hat sich das Blatt gewendet. „Die bürokratischen Mühlen mahlen langsam“, so Falk Hentschel in Kalkreuth. Die Gemeinde war zudem auf den Trick mit der Umordnung der vorher von der Landestalsperrenverwaltung genutzten Brücke gekommen. 

Durch die Bildung eines neuen Flurstücks im Dezember des Vorjahres war der Weg frei, dass die als „nicht verkehrsnotwendig“ eingestufte Brücke über die Röder an die Gemeinde gehen konnte. 78 Quadratmeter groß ist dieses Grundstück. „Wir wollen die ehemalige Wirtschaftsbrücke als Fuß- und Wanderweg erhalten“, ist man sich in Kalkreuth einig. Schon in der Vergangenheit hatten sich Ortschaftsrat und Kulturverein dafür starkgemacht. Über 140 Unterschriften in Kalkreuth und über 100 im Nachbarort Bieberach waren gesammelt worden.

Projektauftakt mit Brückenfest

Wie soll die Brücke nun aber saniert werden? Durch eine Brückenprüfung ist die Gemeinde bereits im Bilde über den Zustand des Bauwerks. Für eine federführende Arbeitsgruppe des Heimatvereins hat sich Klaus Micklich zur Leitung bereiterklärt. Mit dem Verein würde die Gemeinde als Besitzerin eine Nutzungsvereinbarung aufstellen. Bürgermeister Hentschel hat die Idee, ein Projekt aufzustellen mit einer Kostenschätzung der Gewerke und einem Förderantrag beim Dresdner Heidebogen. „Eigenmittel könnten über Spenden eingeworben werden“, so Falk Hentschel.

Unter den Kalkreuthern wird die Neuigkeit sicher sehr wohlwollend aufgenommen. „Bei jeder Feier geht es auch um die Schafsbrücke“, sagt der neue Kalkreuther Ortsvorsteher Harald Behrisch. Man erinnere sich daran, dass vor 30 Jahren noch Güllefahrzeuge über die Holzbohlen gerollt sind, dass der Metallsteg in der Mitte 1992 als Sicherung dazugekommen ist.

Der Start des Projektes Brückensanierung könnte mit einer Art Brückenfest gefeiert werden. Vielleicht im nächsten Frühjahr. Auf jeden Fall soll die Sache öffentlichkeitswirksam vonstattengehen. Auch die Grundschule, für deren Kinder ein Schulweg hier entlangführt, und die Nachbarorte sollen einbezogen werden. „Es könnten persönliche Spender von Holzbohlen gewonnen werden“, schlägt der Bürgermeister vor. 

Über die genaue Bauausführung gibt es noch unterschiedliche Ansichten. Harald Behrisch sagt, er habe sich auch schon ums Holz Gedanken gemacht. Schmiedemeister Harald Sroka aus Reinersdorf hatte ebenfalls Unterstützung zugesagt. Klar ist allerdings, dass die Gemeinde auch künftig für die Brückennutzung in der Haftung steht. Einen Winterdienst plant die Ebersbacher Verwaltung nicht.

Schon kurz nach der Wende war die Schafsbrücke gesperrt worden und sollte bereits damals abgerissen werden. Bis dahin war sie sogar für Fahrzeuge zugelassen. Und nötig – denn dahinter befand sich ein Melkstand, dessen Erreichbarkeit damit gewährleistet wurde. Gerettet hat die Brücke 1992 Harald Sroka.

„Das Staatshochbauamt Dresden war damals bei mir, als die Brücke für den Verkehr gesperrt wurde“, erinnert sich der Reinersdorfer. Seiner Initiative sei es zu verdanken gewesen, dass in der Mitte ein Steg darübergelegt wurde und die Querung für Fußgänger und Radfahrer erhalten blieb.

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