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Schafen geht’s an die Locken

Zum Wollfest werden 1 500 Gäste im Nationalparkzentrum erwartet. Die können viel selber machen oder auch nur gucken.

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© Norbert Millauer

Von Gunnar Klehm

Drei Lämmer hat das Schaf Anna in diesem Jahr geworfen. „Das ist außergewöhnlich für diese Rasse“, sagt Besitzerin Christin Michel und hält eines der Jungtiere auf dem Arm. Sie sind zwar erst sieben Wochen alt, haben auf dem Hof in Reinhardtsdorf aber schon ordentlich an Gewicht zugelegt. Es sind Waliser Schwarznasenschafe. Die Rasse hat nicht nur besonders lockige Wolle, sondern die Pracht wächst auch relativ schnell.

„Zweimal im Jahr wird geschoren. Drei bis vier Kilogramm Wolle gibt es dann pro Schur“, sagt Christin Michel. Seit drei Jahren züchtet sie Schafe. Auch das Scheren geht der gelernten Zootierpflegerin inzwischen gut von der Hand. Das ist allerdings nur ihr Hobby. Beschäftigt ist sie bei der Agrargenossenschaft Oberes Elbtal, derzeit allerdings in Elternzeit.

Wie das Schafscheren genau vonstattengeht, das können am Sonntag alle Besucher des Wollfestes im Nationalparkzentrum Bad Schandau erleben. Dann kommt Christin Michel mit fünf ihrer Tiere – mit dem Mutterschaf Anna, mit dem Bock Anton und deren drei niedlichen Lämmern. Den beiden ausgewachsenen Tieren geht es dann an die Locken. Die wurden für den großen Auftritt extra noch mal gewaschen.

Wie die Besitzerin ihre Tiere hält und was dabei alles zu beachten ist, darüber gibt sie am Sonntag gern Auskunft.

Ebenso über ihre Arbeit mit ihren Border Collies. Die fünfjährige Hündin Thyra hat große Freude daran, auf Kommando die kleine Herde zusammenzuhalten und anzutreiben. Thyras Nachwuchs soll jetzt auch ausgebildet werden. Wenn Christin Michel mit ihren Tieren in Reinhardtsdorf draußen auf dem Hof arbeitet, ist das eine Attraktion für Passanten.

Beim Wollfest wird es aber keine Vorführung geben. Dazu fehlt die Fläche. Dafür gibt es für alle Besucher viele andere Mitmachangebote. Es wird gefilzt, gestrickt und gesponnen. Mehrere Workshops werden angeboten, von 10 bis 18 Uhr sind Marktstände aufgebaut, ein Strick-Café ist eingerichtet, seltene Landschafrassen werden präsentiert. „Das Besondere an diesem Fest ist aber das Mitmachen“, sagt Stefanie Engelbrecht vom Nationalparkzentrum. Sie rechnet mit weit über tausend Besuchern, „wenn das Wetter halbwegs mitspielt“. Ein Höhepunkt für die kleinen Besucher dürfte das Puppenspiel „Pieps, die Maus, und der lange Regen“ sein. Das beginnt um 11 Uhr. Die Großen erwarten mit Spannung die Modenschau mit Madame Rosa „Auf Tuchfühlung mit heimischer Wolle“ ab 15.30 Uhr.

Wollfest im Garten des Nationalparkzentrums Bad Schandau, Sonntag, 26.4., 10 - 18 Uhr, Dresdner Str. 2b