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Scharfe Ecke noch nicht entschärft

Lkw-Fahrer klagen darüber, dass die Fahrbahnen rund um die Schildenstraße zu eng sind. Die Stadt hat das überprüft.

© Arvid Müller

Von Ines Scholze-Luft

Sie sind einfach zu klein und zu dicht dran. Die Hinweisschilder auf die Höhe der Eisenbahnbrücke Schildenstraße. Rein verkehrsrechtlich reichen sie zwar aus, sagt Ingolf Zill von der Radebeuler Verkehrsbehörde. Doch die Brücke misst nur 3,40 Meter. Da passen die großen Brummis einfach nicht durch. Was die Fahrer oft zu spät sehen. Und dann passiert es. Beim Zurücksetzen krachen sie irgendwo dran. An ein Geländer wie auf der Pestalozzistraße, an eine Lampe oder ein Schild wie auf der Verkehrsinsel an der Gartenstraße, kurz vor der Scharfen Ecke.

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© Arvid Müller

Dagegen will die Stadt jetzt was tun. Ins Rollen gebracht hat das Ganze Manfred Meyer. Der Eigentümer des Gewerbeparks am Sarrasani-Haus auf der Gartenstraße kennt die Sorgen der Lkw-Fahrer. Wenn sie die Firmen auf der Gartenstraße beliefern, bringen sie auch ihre Erlebnisse auf den Radebeuler Straßen mit.

Deshalb wandte sich Meyer an die Stadt und empfahl großflächige Höhen-Schilder. Die Stadt sieht das inzwischen ebenso. Deshalb sollen vor der Garten- und vor der Pestalozzistraße zwei neue größere Hinweisschilder zur Brückenhöhe aufgestellt werden. Damit die Fahrer diese rechtzeitig sehen und abbiegen können. Und Schäden oder gar Unfälle durchs Zurückstoßen künftig vermieden werden.

Zu gering bemessene Schleppkurven sind jedenfalls nicht die Ursache für die Beschädigungen, sagt Baubürgermeister Jörg Müller. Meyer hat da andere Vermutungen. Bei ihm haben sich die Lasterfahrer schon oft beschwert über die sehr schmalen Radebeuler Straßen, gerade über die im Umfeld der Scharfen Ecke. Besonders über das vor nicht allzu langer Zeit neu gebaute Stück Gartenstraße und deren Mündung in die Schildenstraße. Die Verkehrsinsel dort macht die Straße für Lkw sehr eng, sagt Meyer. Bordsteine und Schilder wurden schon beschädigt, zweimal die Laterne auf der Insel umgefahren. Die Verkehrsinsel sollte zurückgebaut, statt der hohen Kante nur Pflaster verlegt werden, schlägt er vor.

Auch wenn sich die Laster direkt an der Scharfen Ecke befinden, wird es schwierig. Manfred Meyer hat das der Stadtverwaltung ebenfalls mitgeteilt: „Es mag gut gewollt sein, die Straßenführung dem alten Ortskern anpassen zu wollen.“ Doch das bringe Nachteile für die großen Fahrzeuge. Die Radien für den Lkw-Verkehr seien in dem gesamten Bereich viel zu eng.

Der Baubürgermeister allerdings sagt, er habe noch keine Beschwerden darüber gehört, dass es zwischen Schilden-, Garten- und Kaditzer Straße zu eng ist für Lkw. Außer Herrn Meyer habe sich niemand an die Stadt gewandt. Die Straßen samt Kurvenradien wurden nach den entsprechenden Richtlinien gebaut. Alles sei ausführlich beraten und abgenommen worden.

Trotzdem landeten Meyers Bedenken nicht in der Schublade. „Keiner ist fehlerfrei“, sagt der Baubürgermeister. Deshalb ging ein Prüfungsauftrag an den Bereich Straßenbau, das Ganze mit Planern und Verkehrsbehörde noch einmal anzusehen.

Das Ergebnis: Die Straßen sind ausreichend dimensioniert, ein Berühren der Borde bei angemessener Geschwindigkeit ausgeschlossen. Das gilt auch für Lkw mit Überlänge. Damit sei die Situation an der Garten-/Schildenstraße eine andere als damals am Kreisverkehr auf der Zufahrt von OBI zur Niederwarthaer Brücke. Dort musste der Durchmesser vergrößert werden. Jörg Müller: „Jetzt klappt es.“

Einem anderen Hinweis von Manfred Meyer wird die Stadt nicht nachkommen. Der betrifft die Ampelregelung an der Scharfen Ecke wegen der Bauarbeiten auf der Gartenstraße. Die Ampel an der Dresdner Straße steht an der engsten Stelle. Da gebe es große Probleme mit der Durchfahrt. Könnten die Ampeln nicht weitläufiger aufgestellt werden?, fragt Meyer. Auch das hat die Stadt geprüft. Dazu müsste alles neu programmiert werden. Das lässt sich Müller zufolge wirtschaftlich nicht vertreten. Denn der Bau läuft nur noch knapp drei Wochen. Bei künftigen Baumaßnahmen soll das aber beachtet werden.