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Schattenboxen mit der Troika

Die neue griechische Regierung will mit den Geldgeber-Kontrolleuren nicht mehr zusammenarbeiten.

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Athen. Zwischen der neuen griechischen Regierung und der Eurogruppe ist es zu einem Eklat gekommen. Griechenland werde künftig nicht mehr mit den Kontrolleuren der Troika zusammenarbeiten, sagte Finanzminister Giannis Varoufakis am Freitag nach einem Treffen mit Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Athen. Damit ging er auf direkten Konfrontationskurs zu den Euroländern. Sichtlich verärgert gingen beide Politiker auseinander.

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Der Vizepremier Der Ökonom Giannis Dragasakis ist das Gegenstück zum draufgängerischen Finanzminister. Er gibt sich überlegt und höflich. Es wird erwartet, dass sich der Vizepremier in den Verhandlungen mit den Geldgebern zunächst im Hintergrund halten wi © Reuters
Der Verteidigungsminister Berühmt sind die Parlamentsreden von Panos Kammenos. Mit rotem Kopf forderte der studierte Ökonom ein Ende der Sparmaßnahmen. Athen solle nichts an seine Gläubiger zahlen, sagte der Chef der rechtspopulistischen Partei der Unabhä © dpa
Der Finanzminister Giannis Varoufakis gilt in seiner Heimat als „Popstar“ der Ökonomie. Der 53-Jährige ist viel in der Welt herumgekommen. Als Wirtschaftsprofessor hat er unter anderem in Sydney, Glasgow und Austin (Texas) gelehrt. Bei den Verhandlungen m © dpa
Der Außenminister Nikos Kotzias hatte Anfang der 70er-Jahre Wirtschaftswissenschaften und Philosophie in Gießen (Hessen) studiert. Mit Ernennung des 64-Jährigen wolle Regierungschef Tsipras signalisieren, dass er eine „ruhige“ Linie in der Außenpolitik fa © dpa

Dijsselbloem forderte die Links-Rechts-Regierung auf, ihre Versprechen einzuhalten. Für Griechenland bleibe nicht viel Zeit, sagte er. Ende Februar schließt sich der Rettungsschirm. Ohne eine neue Vereinbarung wird Athen ab 1. März auf sich selbst angewiesen sein.

„Unser Land weigert sich, mit der Troika zu kooperieren“, sagte Varoufakis. Das Sparprogramm sei nicht in die Tat umsetzbar. Das griechische Volk habe es bei den Wahlen abgelehnt. Der neue Athener Finanzminister bezeichnete die Troika mit Kontrolleuren von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds als ein illegales und antieuropäisches Gremium.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte Athen vor Erpressungsversuchen. Vertrauen und Verlässlichkeit seien die Grundlage für weitergehende Solidarität, die alle in Europa benötigten. „Darüber ist wenig mit uns zu streiten, und darüber hinaus sind wir schwer zu erpressen“, sagte Schäuble.

Bereits im Wahlkampf hatte sich die Konfrontation mit den Europartnern angedeutet. Die Regierung werde das Ende des Sparprogramms durchziehen, auch wenn den Griechen der Geldhahn zugedreht werde, hatte ein hoher Funktionär des Finanzministeriums in Athen erklärt. Notfalls wolle Athen sogar vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Griechenland wird seit 2010 mit internationaler Finanzhilfe in Höhe von 240 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Im Gegenzug hat sich das Land zu Einsparungen und Reformen verpflichtet. Das Land plagen noch Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 300 Milliarden Euro. (dpa)

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