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Schatzsucher

Unter Bautzen muss ein Schatz liegen. Und die Stadt lässt ihn suchen. Am Freitag beobachtete ich zwei Männer in der Arbeitskleidung der städtischen Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft BBB, die mit einer Art Wünschelrute über den Schnee neben der Berufsakademie stapften.

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Unter Bautzen muss ein Schatz liegen. Und die Stadt lässt ihn suchen. Am Freitag beobachtete ich zwei Männer in der Arbeitskleidung der städtischen Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft BBB, die mit einer Art Wünschelrute über den Schnee neben der Berufsakademie stapften. Natürlich war es keine richtige Rute, sondern irgendwas Elektronisches. Der eine Mann zeigte auf verschiedene Stellen am Boden, der andere ging mit der Technik genau dahin und schüttelte meist den Kopf, manchmal nickte er. Nicht nur ich wunderte mich.

Ein Anruf bei der BBB verschaffte mir Klarheit: Die Männer sind wirklich Schatzsucher. Sie suchen mit ihrem elektronischen Peilgerät ein Stromkabel unter der Erde, damit die BBB ihre Unterlagen auf den neuesten Stand bringen kann. Und so ein Stromkabel ist ein Schatz. Zum einen kostet es richtig Geld, es besteht ja aus wertvollem Metall. Zum anderen aber weiß ich es schon zu schätzen, dass ich immer Strom habe, wenn ich ihn brauche. Ich kenne Landstreicher aus anderen Ländern, in denen Strom- und Wärmeversorgung durchaus keine Selbstverständlichkeit ist, über die eigentlich gar niemand mehr redet. Ihr Landstreicher