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Radebeul

Schicke Unterführung an der Straße des Friedens

Aus der schnöden Brücke ist ein buntes Kunstwerk geworden. Das ist Radebeuler Schülern zu verdanken.

Vier Tage lang haben Schüler der Oberschule Kötzschenbroda fleißig in der Unterführung gemalt. Entstanden sind Motive zum Thema Frieden.
Vier Tage lang haben Schüler der Oberschule Kötzschenbroda fleißig in der Unterführung gemalt. Entstanden sind Motive zum Thema Frieden. © Nina Schirmer

Radebeul. Ein Mädchen sitzt an der Elbe, lässt den Fuß ins Wasser baumeln, eine Träne läuft über ihre Wange. Der Blick fällt in eine Glaskugel. „Sie ist traurig, weil ihr Freund im Krieg ist“, erklärt die 15-jährige Vanessa. Die Schülerin hat das Bild gemalt, das jetzt in der Unterführung an der Straße des Friedens zu sehen ist. Eine Woche lang haben sie und neun andere Jugendliche von der Oberschule Kötzschenbroda die vormals schnöde Brücke kunstvoll gestaltet. Zum Thema Frieden, was in der Straße ja sehr naheliegend war.

Am Freitag bedankte sich Radebeuls Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) bei den Schülern mit einer Runde Pizza. Die Unterführung sei jetzt viel schöner für alle, die dort durchlaufen, sagt er. Positive Rückmeldungen bekamen die Schüler auch schon von so einigen Passanten während ihrer Arbeit. „Viele haben uns gesagt, dass sie das richtig gut finden, was wir machen“, erzählt Vanessa. Vier Tage lang, von Dienstag bis Freitag, hatten die Schüler immer fleißig von 8 bis 13 Uhr an der Brücke gemalt. Dafür waren sie extra vom Unterricht freigestellt, der ja eigentlich letzte Woche wieder begonnen hatte.

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Bevor die Zeichnungen diese Woche an die Wand kamen, haben die Schüler über das ganze letzte Schuljahr an ihren Skizzen gearbeitet. Im Lehrplan ist ein Wahlbereich verankert, für den jede Woche zwei Schulstunden zur Verfügung stehen, erklärt Kunstlehrer Philipp Starke, der das Projekt betreute. Die Lehrer sind bei der Wahl der Themen, die sie mit den jungen Leuten bearbeiten wollen, sehr frei. „Es geht auch darum, dass die Schüler auch mal aus ihrem Schulalltag heraus kommen“, sagt Starke. An der Brücke haben klassenübergreifend Acht- bis Zehntklässler gearbeitet. „Hier war auch viel Teambildung und Sozialkompetenz gefragt. Die Schüler mussten kooperieren und Kompromisse finden“, so der Kunstlehrer.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Eine Friedenstaube, ein Engel und das Peace-Zeichen schmücken jetzt unter anderem die Unterführung. Aber auch Radebeuler Motive findet man dort wieder. Die Weinhänge und den Wasserturm zum Beispiel.

Die Stadt hat 3 000 Euro für Material- und Honorarkosten ausgegeben. Außerdem musste die Unterführung vorher gereinigt werden. Die Deutsche Bahn als Eigentümerin der Brücke, stellte die Wände zur Verfügung.

Angeleitet wurden die Schüler beim Zeichnen vom Radebeuler Designer Carsten Langner, der schon andere Unterführungen gemeinsam mit Schülern gestaltete. Denn davon gibt es mittlerweile vier. Auch am Gradsteg, in Zitzschewig und in der Hainstraße wurden Brücken schon schick gemacht. Das Projekt soll auch im nächsten Jahr weiter gehen. In Naundorf gäbe es noch eine graue Unterführung.

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