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Schicksalswochen für die Kita Deschka

Noch ist ungewiss, ob die Neißeauer Zwei-Gruppen-Einrichtung bestehen bleibt. Die Entscheidung fällt Ende Februar.

Von Rita Seyfert

Wie es mit der Kita „Schlumpfenhaus“ in Deschka weitergeht, das will der Neißeauer Gemeinderat in der kommenden Sitzung am 25. Februar beschließen. „Es wird keine leichte Entscheidung“, sagte die Neißeauer Bürgermeisterin, Evelin Bergmann, in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag in Zodel. Das Für und Wider will sie in der kommenden Sitzung anhand von Bildschirmpräsentationen genau aufschlüsseln. Zwar spreche vieles für den Erhalt, genauso viel rechtfertige aber auch eine Schließung.

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Die Zwei-Gruppen-Einrichtung in Deschka ist die Außenstelle der Zentralkindertagesstätte in Groß Krauscha. Das vierköpfige Erzieherinnen-Team betreut dort momentan 27 Kinder, darunter auch zwei polnischsprachige. Neben den Mädchen, Jungen und deren Eltern wünscht sich auch Kita-Leiterin Silvia Konrad, dass es weitergeht. Die Görlitzerin ist seit der Eröffnung 1989 mit dabei. Stolz sei sie vor allem auf das Konzept der zweisprachigen Früherziehung. Einmal wöchentlich werden die Drei- bis Sechsjährigen spielerisch an die polnische Sprache herangeführt.

„Die Schließung wäre ein Minus“, das ist der Bürgermeisterin Bergmann klar. Mit dem Kindergarten würde auch ein Stück Leben aus Deschka verschwinden. Dies sei aber nur ein Aspekt. Auch die anderen Facetten müssten betrachtet werden – und hier zuallererst die Finanzen. Falls die Räte für den Kita-Erhalt stimmen, müssten die Sanitäranlagen im Krippen-Bereich bis 31. Juli saniert werden. Das habe eine Begehung im Dezember vergangenen Jahres durch das Landesjugendamt ergeben. Die Kosten werden auf etwa 25 000 Euro geschätzt. Für die Gemeinde mit der Haushaltssperre ein riesiger Batzen Geld.

Wie die Chancen für Fördermittel stehen, solle vorab noch geklärt werden. Auch die Eltern wollen helfen. Man könnte versuchen, die Summe über Spenden einzutreiben, sagte Kita-Leiterin Conrad. Ein vierstelliger Betrag sei schon zusammengekommen. Das Geld liege auf Eis und dürfe nur zweckgebunden verwendet werden.

Die Sanitäranlagen sind nicht der einzige Punkt auf der Sanierungsliste. Beispielsweise müsse das Dach erneuert werden. Doch auch im Falle einer Schließung entstehen Kosten. Dann würden die benachbarten Feuerwehrleute nämlich im Kalten sitzen. Denn das angrenzende Gerätehaus wird durch die Kita mitbeheizt. Jetzt über neue Heizkessel nachzudenken ist für Evelin Bergmann aber der zweite Schritt vor dem ersten. „Der Heizungsumbau ist das kleinere Übel“, sagt sie.

Dass sich die Eltern für den Erhalt der Kita einsetzen, sei verständlich. Einen Verein als privater Träger, der die Deschkaer Kita übernimmt, würde die Gemeinde als separate Lösung begrüßen. Bleibt wohl abzuwarten, ob diese Überlegung in der Elternschaft auf Resonanz stößt.

In die Waagschale geworfen werden müsse nicht zuletzt die Auslastung der insgesamt drei Neißeauer Kitas. In der Evangelischen Kita „Der gute Hirte“ in Zodel stehen derzeit noch 16 freie Plätze zur Verfügung. Und weder im „Schlumpfenhaus“ in Deschka noch im „Kinderschloss Sonnenschein“ in Groß Krauscha sei derzeit die volle Kapazität ausgeschöpft. Von den 40 vorgesehenen Plätzen in Deschka sind nur 27 besetzt. Und von den 68 Kita-Plätzen in Groß Krauscha sind immerhin noch 37 frei.

Sollten sich die Gemeinderäte für die Schließung der Kita-Außenstelle in Deschka entscheiden, könnten die beiden Gruppen samt Erzieher vollständig in die Zentral-Kita nach Groß Krauscha wechseln.