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Schiebock ist ausgeflogen

Die Reisebüros schickten ihre Kunden zum Skifahren und Baden. Und haben Tipps für Spontanurlauber.

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Von Carolin Menz

Schnee oder Süden? Dick eingemummelt auf Skiern oder oben ohne auf dem Strandlaken? Die Bischofswerdaer lieben beides in den Winterferien und machen gerade Urlaub im Riesengebirge, in Österreich, Thailand, Ägypten oder um die Ecke – sie sind ein reiselustiges Völkchen, wie eine SZ-Umfrage unter den vier Reisebüros in der Stadt ergab.

Für die begeisterten Skifahrer im Bischofswerdaer Land ist Schnee ein absolutes Muss in den Ferien. Viele weilen deshalb in den schneesicheren Skiorten in Österreich. Andrea Hoffmann vom Reisebüro auf der Dresdner Straße schickte viele ihrer Kunden ins Ötztal, nach Tirol oder Südtirol. „Die meisten wollen natürlich die Skipiste gleich vor dem Hotel“, sagt Andrea Hoffmann. Sie kümmert sich bei Bedarf auch um ein Rundum-Sorglos-Paket inklusive Skipass, Verpflegung, Wellness oder Skischule für Kinder. „Österreich bleibt ein beliebtes Reiseziel in den Winterferien“, sagt sie. Ebenso das Riesengebirge. Auch dort tummeln sich viele Schiebocker momentan – und warten in Harachov oder Spindlermühlen sehnsüchtig auf Schnee. Von dem ist abseits der künstlich beschneiten Pisten nämlich nichts zu sehen. „Das kann man eben vorher nicht wissen“, sagt Egbert Bury vom Reisebüro Bury auf dem Bischofswerdaer Altmarkt. Schiebocker schätzen die Urlaubsregion in Tschechien, weil sie vergleichsweise günstig ist – vor allem für Familien. „Außerdem ist der Anreiseweg recht kurz und lohnt auch für einen kürzeren Aufenthalt. Und die Hotels sind inzwischen sehr ansprechend“, sagt Egbert Bury. Er weiß genau, in welches Haus er seine Kunden guten Gewissens schicken kann.

Gleiches gilt für den Süden. Viele Bischofswerdaer sind zu beneiden – genießen die Wärme in Ägypten oder in der Türkei, in der Karibik, auf den Malediven, Kanaren, Mallorca oder Madeira. „Ägypten läuft wieder richtig gut, einen Einbruch wegen der politischen Lage konnten wir nicht feststellen“, sagt Egbert Bury. Wie Andrea Hoffmann, Ria Meusel vom Reisebüro Unger auf der Kamenzer Straße oder das Team des Reisebüros Martin auf de Kirchstraße schickte er seine Kunden vor allem in die Baderegion Hurghada – der Renner unter den All-inclusive-Angeboten. Hier geht Sonne tanken, schwimmen, schnorcheln und tauchen im Meer ganz wunderbar mitten im Winter.

Wunderbar milder Frühling herrscht jetzt auf den Kanarischen Inseln. Wie Andrea Hoffmann sagt, sind sie sehr beliebt zu dieser Zeit, auch weil das regelmäßige und verlässlich milde Klima nach nur viereinhalb Stunden Flugzeit erreicht wird. Herrliche Blüte jetzt auch auf Madeira. Egbert Bury empfahl die Halbinsel gern als Ziel für die Winterferien. „Doch auch auf Madeira spielt das Wetter verrückt. Hier gab es vor einigen Tagen sogar einen Schneesturm“, sagt er. Dann doch lieber so richtig weit weg: „Gerade haben wir die optimale Reisezeit für die Karibik und Asien“, sagt Egbert Bury, spezialisiert auf Ferneisen. Ob Vietnam, Thailand, Indien oder die Malediven – Bischofswerdaer erkunden diese Gebiete gerade und sind sehr neugierig auf Neues.

Während Ski- und Ferienreisen natürlich lange vorausgebucht worden sind, lohnt auch in der zweiten Ferienwoche für Kurzentschlossene der Besuch in den Reisebüros. „Wir können zum Beispiel immer tagaktuell gucken, welche Last-Minute-Angebote es gibt, wir haben ja Zugriff auf alle Airlines und Anbieter“, sagt Ria Meusel.

Wer auf Reisezeit und Ziel nicht festgelegt ist, kann fündig werden – und oftmals günstiger reisen. Kurzfristig gehen immer Städtetrips – nach Paris, London oder Rom, sagt Egbert Bury. Oder die Kurzreisen zu den Musicals in Stuttgart oder Hamburg. Auch gute Quartiere im Erzgebirge, Harz oder in Thüringen ließen sich noch finden – vorausgesetzt Schnee ist nicht unbedingt nötig für den Ferienspaß. „Viele Kurzentschlossene haben ja gerade auf Urlaub in den Mittelgebirgen gesetzt. Sie sind natürlich jetzt enttäuscht und bleiben wohl daheim“, sagt Andrea Hoffmann.

Die freie Zeit könnten die Daheimgebliebenen ja nutzen, um den Sommerurlaub zu planen. Noch bis März haben die Reisebüros im Bischofswerdaer Land Hochkonjunktur und bieten mitunter satte Frühbucherrabatte. Da lohnt das Stöbern in Datenbanken der Reiseveranstalter und Fluglinien. Die Kunden kommen in die Reisebüros – trotz zahlreicher Reiseportale im Internet. Oder gerade deshalb. „Wir stellen fest, dass das Internet für uns keine Konkurrenz ist. Im Gegenteil. Wir haben sogar immer mehr Internet-Rückkehrer unter unseren Kunden“, sagt Egbert Bury. Weil ein Reisebüro eben gezielt auf individuelle Wünschen der Kunden eingehen und besser beraten könnte.