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Bischofswerda: Tolles Stadtfest in Corona-Version

Die Stadt feierte am Sonnabend die Schiebocker Tage. Mehrere Tausend Menschen feierten mit - zu Hause am Computer, Smartphone oder Fernseher.

Kein Stadtfest in Bischofswerda ohne Schiebockrennen: Diesmal waren bei den Männern und Frauen jeweils drei Teams mit zwei Läufern am Start. Gelaufen wurde auf der Dresdner Straße.
Kein Stadtfest in Bischofswerda ohne Schiebockrennen: Diesmal waren bei den Männern und Frauen jeweils drei Teams mit zwei Läufern am Start. Gelaufen wurde auf der Dresdner Straße. © Rocci Klein

Bischofswerda. Rekordverdächtig!  In vier Stunden feierte Bischofswerda am Sonnabendabend sein Stadtfest. Zwischen dem Bieranstich durch Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) kurz nach 19 Uhr und einem weithin zu sehenden Höhenfeuerwerk gegen 23 Uhr  lag eine bunte Abendshow mit Live-Musik, Moderationen, Interviews, Sketchen und Filmrückblicken auf frühere Feste in Bischofswerda, darunter der 700-Jahrfeier der Stadt im Jahr 1927.

Abendshow in nur zwei Wochen vorbereitet

Selbst Schieböcke ratterten am Sonnabendabend über das Altstadtpflaster. Eine Weltmeisterschaft mit mehreren Tausend Zuschauern war diesmal leider nicht möglich. Doch ein kleines Rennen mit je drei Teams über 150 Meter die Dresdner Straße aufwärts zum Markt war drin. Die Frauen hatten es  dabei schwerer als die Männer, denn kurz vor ihrem Lauf hatte es geregnet, was das Straßenpflaster rutschig machte. Das Damen-Doppel von Möbel-Sachse gewann vor den Mannschaften von Gastro-Design & Inneneinrichtungen und Schoplast. Bei den Männern setzte sich das Team vom Holz- und Bautenschutz Kirschner vor der Sportgemeinschaft Großdrebnitz und dem Bischofswerdaer Karnevalsclub durch.  

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Großveranstaltungen sind wegen der Corona-Pandemie bis Ende August verboten. Doch die ehrenamtlichen Mitglieder der Aktionsgemeinschaft  Schiebocker Tage 2.0, die gemeinsam mit der Stadt das Fest organisieren,  wollten die Schiebocker Tage - bereits die 27. - nicht ganz ausfallen lassen.  

In nur zwei Wochen stellten sie ein Alternativprogramm "in Corona-Edition" auf die Beine, das sich sehen und hören lassen konnte. Sebastian Opitz  und Philipp Reichel  von der Band Retroskop  boten Livemusik vom Feinsten. Norman Reitner und Andreas Thomas führten als Moderatoren durch den Abend. Entertainer Heiko Harig brillierte als Kellner und Virologe,  der sich im Laufe des Abends als Bierologe herausstellte, sowie in seiner Paraderolle als Gertrud. Langjährige Sponsoren der Schiebocker Tage stellten sich, ebenso wie Vertreter einiger Vereine, den Fragen der Moderatoren. 

Live-Übertragung vom Hof des Bischofssitzes

Norman Reitner war einer der Moderatoren des Abends - auch für ihn eine neue Erfahrung, so ganz ohne Publikum vor der Bühne die Leute trotzdem gut zu unterhalten.
Norman Reitner war einer der Moderatoren des Abends - auch für ihn eine neue Erfahrung, so ganz ohne Publikum vor der Bühne die Leute trotzdem gut zu unterhalten. © Rocci Klein

Für die Show war im Hof des Bischofssitzes eine kleine Bühne aufgebaut worden. 20 bis 25 Akteure kümmerten sich dort um das Programm und dessen Übertragung "weltweit".  Zu sehen war die Show live über Facebook und Youtube sowie im Kabelfernsehen. Auf Facebook gab es am Sonnabendabend 2.600 Zugriffe, sagte Norman Reitner. Bei Youtube klickten bis Sonntagmittag über 1.150 Nutzer das Video an. 

Nicht nur die inhaltliche Vorbereitung der Show in kurzer Zeit ist eine Riesen-Leistung der AG Schiebocker Tage 2.0, sondern auch die Übertragung. "Wir brauchten einen Standort, wo das Internet stark genug ist, und der aber auch wegen des Schiebockrennens nicht weit entfernt von der Dresdner Straße ist", nennt Norman Reitner zwei  Standortfaktoren, die zu berücksichtigen waren. 

Für ihn, einen gestandenen Moderator, war der Abend so ganz ohne Publikum ebenfalls Neuland. "Man reißt Witze, baut einen Spannungsbogen auf, bekommt aber keinen Applaus, weil die Zuschauer fehlen", sagt er. Reaktionen blieben trotzdem nicht aus:  In den sozialen Netzwerken gibt es viel Lob für das Fest. 

Hinzu kommt die Vorfreude, im Jahr 2021 wieder richtig feiern zu können. Unter anderem die Firebirds und der Goombay Dance Band werden dann live zu erleben sein. 

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