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Das neue Boot heißt Meissen

Der Meißner Ruderclub hat einen neuen Achter. Zur Saisoneröffnung am Samstag gleitet er erstmalig über die Elbe.

Zum Saisonauftakt beim Meißner Ruderclub tauft Oberbürgermeister Olaf Raschke den neuen Achter - das Flaggschiff des Vereins.
Zum Saisonauftakt beim Meißner Ruderclub tauft Oberbürgermeister Olaf Raschke den neuen Achter - das Flaggschiff des Vereins. © Claudia Hübschmann

Meißen. Für einen Traum leben und arbeiten, wer kennt das nicht. Und wenn der Traum sich irgendwann verwirklichen lässt, kann man es kaum erwarten, bis der Zeitpunkt gekommen ist. Auf diesen Zeitpunkt mussten die Mitglieder vom Meißner Ruderclub Neptun wegen der Corona-Pandemie am Ende auch noch vier Monate länger warten als geplant. Am vergangenen Samstag war es dann endlich soweit. Das Flaggschiff eines jeden Rudervereins konnte getauft werden. Ein Achter. Eigentlich sollte er schon Anfang März eingeweiht werden. Zu dieser Zeit zelebriert der Ruderclub normalerweise jedes Jahr die Saisoneröffnung mit dem sogenannten Anrudern.

Es herrscht reges Treiben an der B 6 kurz vor der Stadtausfahrt Richtung Dresden. Der sogenannte Gig-Achter – für Wanderrudern und zum Training geeignet – steht wenige Meter von der Elbe entfernt. Gelb glänzt er in der Sonne, geschmückt mit einem Blumenstrauß. Thomas Winkler vom Vereinsvorstand putzt noch einmal über die Sitze. Ein weißes Tuch verdeckt den Namen des Bootes. Es ist alles vorbereitet für die Taufe. Die Gäste voller Spannung, wie diese wohl abläuft. „Ich habe mich erkundigt, es ist tatsächlich kein Sekt und auch keine Flasche, die das Boot beschädigen könnte“, sagt Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Und dann ergreift er einen Krug. Das Tuch weicht, und Raschke spritzt Elbwasser auf das Boot mit dem Namen „Meissen“.

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Gespannt warten die Mitglieder des Meißner Ruderclubs auf die erste Fahrt ihres neuen Achters, der in Österreich gebaut wurde.
Gespannt warten die Mitglieder des Meißner Ruderclubs auf die erste Fahrt ihres neuen Achters, der in Österreich gebaut wurde. © Claudia Hübschmann

Die Ruderer können es kaum erwarten, endlich wieder das Gefühl zu spüren, wenn „das Boot über das Wasser fliegt“, wie sie sagen. Und in einem Achter zu sitzen, ist Höchstgefühl. „Ein Achter gehört in jeden Ruderverein“, sagt Winkler. Und Andreas Dietrich vom Vereinsvorstand schwärmt: „Ein Achter ist einfach eine Besonderheit.“ Meißen hatte seit etwa eineinhalb Jahren keinen mehr. Rund 80 Jahre alt war der Vorgänger, noch aus Holz gefertigt. Der Reparaturaufwand war groß, die Planken sind schon gerissen und für unruhiges Wasser wie auf der Elbe nicht mehr geeignet. Zudem war das Holzboot zu lang für einen Transport auf der Straße. Nun hat der Ruderclub ein neues Flaggschiff, gefertigt in Österreich. Es ist knapp 15,5 Meter lang und bringt fast 150 Kilogramm auf die Waage. Für einen Transport kann es in der Mitte geteilt werden. Geeignet ist es für Breitensportregatten und Trainingszwecke.

Am Tag der Taufe ist das Boot zum sogenannten Skullen aufgebaut. Das heißt, jeder hat zwei Ruderblätter. Der Gig-Achter kann aber auch für das Riemenrudern umgebaut werden, bei dem jeder Ruderer nur ein Ruderblatt bedient. „Es ist das erste Boot dieser Art in Sachsen“, sagt Winkler. Möglich war die Anschaffung dank Fördermitteln des Freistaates Sachsen. Hilfe für die Beantragung kam vom Kreis- und Landessportbund.

Das Boot ist nun startklar. Doch noch geht es nicht ins Wasser. Ein zweites Boot wird getauft. Ein sogenannter C-Gig-Doppelvierer mit Steuermann. Es wurde aus privaten Spendenmitteln und Geldern des Fördervereins „Meißner Ruderverein“ finanziert. Thomas Drechsler, ein verdientes Mitglied des Ruderclubs und Gründungsmitglied des Fördervereins vor zehn Jahren, darf das neue Boot mit dem Namen „Linz“ taufen. Er kommt aus einer Rudersportfamilie. Sein Opa war Mitglied des alten Meißner Rudervereins, der bis 1945 zwischen den Elbbrücken am rechten Elbufer sein Domizil hatte.

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