merken
PLUS

Dresden

Im Alberthafen startet Reise nach China

Auf der Elbe beginnt für eine Siemens-Turbine die erste Etappe des Schiffstransports rund um die Welt. Worauf es dabei besonders ankommt.

Ein 173 Tonnen schwerer Trafo wird am Donnerstagmorgen an der Schwerlastverlade-Anlage des Alberthafens auf das Motorschiff gehoben. Danach kann es ablegen.
Ein 173 Tonnen schwerer Trafo wird am Donnerstagmorgen an der Schwerlastverlade-Anlage des Alberthafens auf das Motorschiff gehoben. Danach kann es ablegen. ©  Foto: Rene Meinig

Dresden. Am Dienstag ist ein großer Tanker von der Deciner Werft auf der Elbe von Schubschiffen durch Dresden bugsiert worden, um in Holland noch mit Einbauteilen komplettiert zu werden. An diesem Donnerstag folgte der nächste schwere Schiffstransport auf der Elbe, der im Alberthafen startete. Bereits am Mittwoch war eine 120 Tonnen schwere Turbine von Siemens Görlitz auf das Motorschiff "Calbe" verladen worden. Am Donnerstagmorgen dann hing ein großer Transformator  aus dem Dresdner Siemenswerk, der  173 Tonnen auf die Waage bringt, am Ausleger des großen Raupenkrans. Mittags konnte die Calbe ablegen.

Hafendisponentin Silvia Straßenburg  ist froh, dass die Elbe wieder genügend Waser führt. Während der Dresdner Pegel zum Wochenauftakt bei 1,74 Metern lag, war die Fahrrinne 2,17 Meter tief. Das ist für die 42-jährige Fachfrau entscheidend, die für den Betrieb im Alberthafen zuständig ist.

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Das Motorschiff soll zuerst die Turbine binnen einer Woche in den Hamburger Hafen bringen. Dort wird sie umgeladen und auf dem Seeweg nach Schanghai gebracht, erklärt Straßenburg. Das dauert etwa einen Monat. Doch die Tour der Calbe ist in Hamburg noch nicht beendet. Über den Elbe-Seitenkanal und den Mittellandkanal wird der gewaltige Trafo dann noch ins niedersächsische Höver bei Hannover transportiert.

Beim jetzigen Wasserstand gehören im Alberthafen solche Schiffstransporte zum Alltag. Am 17. April soll die nächste Fahrt nach Hamburg mit einem Generator, einer Turbine und einer Ölanlage von Siemens starten. Durchschnittlich vier solcher Touren gibt es  monatlich. "In der jetzigen Corona-Krise kommt es aber darauf an, ob die Kunden ihre Ware fertig bekommen", sagt die Hafendisponentin. Das hänge beispielsweise davon ab, ob sie auch weiter kleine Teile von Lieferanten bekommen oder ob es weitere Beschränkungen gibt.

Vom Alberthafen starteten voriges Jahr 63 Schiffstransporte auf der Elbe. Allerdings ging wegen des niedrigen Wasserstands fünf Monate nichts mehr. "Da hatten wir eine lange Durststrecke", sagt sie. Die Fahrrinne müsse etwa 1,20 Meter tief sein. Notfalls würden auch zehn Zentimeter weniger ausreichen, aber nicht für sehr schwere Schiffstransporte mit 300 Tonnen, erläutert die Fachfrau.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Riesentanker passiert Dresdner Brücken

Die Elbe ist für Schiffe derzeit gut befahrbar. Jetzt sind schon die nächsten Schwertransporte auf dem Wasser geplant.

Symbolbild verwandter Artikel

Riesentanker-Neubau fährt durch Dresden

Der Koloss, der in Tolkewitz bis Dienstagmorgen auf der Elbe liegt, soll nach Ankunft in Holland komplettiert werden.

So wurde bereits im September ein Trafo geliefert, der wochenlang im Hafen lag. Erst als die Elbe wieder stieg, konnte er im Oktober verladen und abtransportiert werden. Zwei weitere Schiffe mit Trafos folgten bis Anfang November. Dann war der Elbpegel schon wieder so stark gesunken, dass es mit solchen Transporten erst einmal vorbei war. Seit Ende Januar können der schwere Raupenkran und die fünf Portalkräne wieder die Fracht verladen - der gestiegene Elbpegel macht's möglich. Alberthafen-Disponentin Straßenburg hofft, das dies noch lange so bleibt.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.