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Schilder-Streiche

Mal ein Buchstabe zu viel, mal gar kein Name: Das Landratsamt hat mit Ortsschildern so seine Probleme.

© Foto: privat

Von Heike Sabel und Tobias Winzer

Langenhennersdorf. Was ist daran nur falsch? L-a-n-g-e-n-h-e-n-n-n-e-r-s-d-o-r-f: Langen stimmt, könnte ja auch nur Lang da stehen. Nein, es ist das dreifache N in Hennersdorf . Seit Ewigkeiten stehen diese Schilder am Forsthaus in Langenhennersdorf, Tausende Autos sind hier schon vorbeigefahren. Sicher auch vom Landratsamt und von der zuständigen Stadtverwaltung in Bad Gottleuba-Berggießhübel. Beiden ist es bisher nicht aufgefallen. Die Ersten, die wohl stutzten, waren vor einiger Zeit Filmleute.

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Bei dem Schild in Golberode ist der Fehler nicht zu übersehen.
Bei dem Schild in Golberode ist der Fehler nicht zu übersehen. © Karl-Ludwig Oberthür

Von der Sächsischen Zeitung dank eines Lesertipps nun auf den Fehler hingewiesen, verfiel das Landratsamt in plötzlichen Aktionismus. Schnell und aufgrund der Dringlichkeit sogar mit Mehrkosten wird ein neues Schild bestellt. Anfang Januar wurde es flugs ausgetauscht. Das duldete plötzlich keinen Aufschub mehr.

In der Bannewitzer Ortschaft Golberode hatte man zuletzt ganz andere Sorgen. Statt ein Schild mit einem Buchstaben zu viel, blieb das kombinierte Ortsein- und -ausgangsschild über Monate komplett leer. Wer in das Hundert-Seelen-Dorf kam, wusste also ohne Ortskenntnis nicht, wo sie oder er sich eigentlich befindet. Grund für das „Schild nach Nirgendwo“ war ein Diebstahl im Sommer. Unbekannte schraubten das Schild vermutlich als besonderes Souvenir aus seiner Halterung. Doch anstatt das Blech einfach zu ersetzen, fand das zuständige Landratsamt eine eigenwillige Lösung. Die Behörde ist zuständig, weil es sich bei der Straße um eine Kreisstraße handelt.

Provisorisch schraubte sie ein leeres gelbes Schild in die Halterung, bei dem die entscheidenden Informationen einfach fehlten. Die Gemeinde Bannewitz, die eigentlich gar nicht zuständig ist, aber Anfragen von verwirrten Anwohnern bekam, wies beim Landratsamt mehrfach auf das Problem hin. Doch über mehrere Wochen passierte nichts.

Ende Dezember erklärte die Behörde dann, dass sich bei der Produktion des neuen Ortsein- und -ausgangsschildes im Schilderwerk ein Schreibfehler eingeschlichen hatte, der vor der Wiederaufstellung korrigiert werden musste – siehe „Langenhennnersdorf“. Dies könne erst im Januar erledigt werden. Dieses Versprechen hielt die Behörde nun immerhin. Wie in Langenhennersdorf wurde das leere Schild kürzlich gegen ein neues Schild mit allen wichtigen Informationen ausgetauscht.