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Notlösung fürs Schissn hat etwas Gutes

Zum "Sommerfest am Jacobimarkt" gab es Betrugsversuche. Auch strömten die Besucher nicht zu Tausenden. Aber sie genossen etwas, das bleiben könnte.

Entspannt schlenderten die Besucher über den Festplatz beim Sommerfest am Jacobimarkt in Neugersdorf.
Entspannt schlenderten die Besucher über den Festplatz beim Sommerfest am Jacobimarkt in Neugersdorf. © Matthias Weber/photoweber.de

René Linke ist zufrieden. Zumindest fast. "Alles ist gut gelaufen. Und zu dem von einigen Seiten befürchteten Besucherandrang ist es nicht gekommen", sagt der Organisator des  Jacobimarktes. Auch deshalb hatte er sich bewusst im Vorfeld dafür entscheiden, für die  Corona-bedingte Ersatzlösung von Ostsachsens größtem Volksfest - dem  "Sommerfest am Jacobimarkt" - nur wenig Werbung zu machen. 

"Wie wir gesehen haben, hatten Polizei und Ordnungsamt dem Fest ja auch eine außergewöhnlich hohe Bedeutung beigemessen", sagt er. Die vorgegebene Höchstbesucherzahl von 1.000 Gästen ist aber an keinem der drei Schissn-Tage erreicht worden. Am Sonnabend, dem bestbesuchten Tag, waren je nach Tageszeit etwa zwischen 500 und 750 Besucher auf dem Schissn. Und der Sonntag war leider wegen dem Regen nicht so gut besucht, berichtet René Linke.  

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"Aber es ging uns nicht in erster Linie um die Einnahmen. Wir wollten ein Zeichen setzen, dass auch in dieser Zeit etwas geht und wenigstens einigen Schaustellern mal wieder die Gelegenheit geben, raus zu kommen", sagt er. Da es auf die Eintrittskarten Pfand gab, hatte der Organisator stehts den Überblick, wie viele Gäste sich auf dem Fest-Gelände befinden.

Betrüger wollten das Fest ausnutzen

Betrüger hatten im Vorfeld versucht, das auszunutzen. Über einen Facebook-Account boten sie an, dass man auch bei ihnen die Eintrittskarten kaufen könne. "Wir hatten zum Glück schnell davon gehört und auf Facebook sofort reagiert und die Leute vor der Betrugsmasche gewarnt", schildert er. Und wie er gehört hat, ist niemand mit so einer falschen Eintrittskarte zum "Sommerfest am Jacobimarkt" gekommen. "Solche Betrugsversuche sind nichts Neues und werden immer mal wieder bei Veranstaltungen versucht", schildert er.

Auch wenn er sich etwas mehr Besucher erhofft hatte, zieht René Linke ein positives Fazit nach der Ersatzlösung für den Jacobimarkt. "Uns war es wichtig, dieses fast 300 Jahre alte Fest nicht ausfallen zu lassen. Und ich glaube, die Leute haben das anerkennend wahrgenommen", sagt er. Viele haben sich bei ihm und den Mitarbeitern beim Nachhausegehen bedankt, dass es wenigstens dieses kleine Fest gab.

Gierschdurfer sind begeistert vom Garten

Und über noch etwas hat er sich sehr gefreut. Das Fest durfte er nur auf seinem Privatgrundstück austragen. Diese Fläche an der Zillestraße am Eiskeller-Berg, wo sich sonst beim Schissn der Kinderpark befindet, ist allerdings sehr begrenzt. Deshalb hat René Linke einen angrenzenden Kleingarten, den er nach der Aufgabe des Betreibers erworben hatte, zu einem Biergarten mit Liegestühlen reaktiviert.

Und davon waren sehr viele Besucher so begeistert, dass sie sich für diesen Garten mit seiner Laube und den herrlichen Blick auf die Stadt eine dauerhafte Lösung wünschen würden, schildert er. Vorschläge für eine gastronomische Nutzung - wenigstens an den Wochenenden - gab es auch gleich mit. René Linke ist hier aber noch  am Überlegen. Nur für eine einmalige Sache soll die Schinderei in dem Garten aber nicht gewesen sein. "In den Jacobimarkt werden wir den Garten künftig mit einbinden. Wir verlieren ja auch etwas Fläche durch den Neubau für die Feuerwehr", sagt er.

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Der Garten war total zugewuchert. "35 Lkw-Fuhren mit Totholz und Wildwuchs an Sträuchern haben wir im Vorfeld mit unserem Zwölf-Tonner weggefahren. Und auch die Laube wieder hergerichtet", erzählt er. Wer weiß, vielleicht ist der Garten künftig doch nicht nur für das Schissn geöffnet.

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