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Schläge nach Einzugsparty in Schweinsdorf

Ein Freitaler streitet sich mit einem anderen Partygast. Auf dem Heimweg schlägt er auf ihn ein – und soll nun ins Gefängnis.

© Symbolfoto: dpa

Von Stephan Klingbeil

Freital. Schuld seien nur die anderen, mal die Ex-Partnerin, mal der Gast von der Party seines Gartennachbars. Die Vorwürfe gegen ihn bestreitet der 29-jährige Angeklagte am Amtsgericht Dippoldiswalde. „Ich habe doch eigentlich nichts gemacht“, beteuert der Freitaler. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung vor.

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Er soll am 23. September vorigen Jahres nach der Einzugsfeier seines Gartennachbarn im Freitaler Ortsteil Schweinsdorf einen anderen Partygast verprügelt haben. Der Freitaler, der in der Baubranche tätig ist, soll den Mann nachts auf dem Heimweg auf der Johannisstraße attackiert haben. Zuvor habe es bei der Feier Beleidigungen gegeben zwischen beiden Männern.

„Keine Ahnung, warum es Streit gab“, sagte der später verletzte Call-Center-Mitarbeiter aus Freital. Dass der Angeklagte ihm vor dem Streit – laut einer Aussage bei der Polizei – zugeraunt hätte: „Du bist schuld, dass ich damals ins Gefängnis musste“, bestätigte er ebenso wenig wie der Beschuldigte. Es habe auf der Einzugsfeier Bier und Schnaps gegeben. Volltrunken sei er aber nicht gewesen. Der Angeklagte, den er nach eigener Aussage nur flüchtig kannte, habe ihn plötzlich zugetextet. „Es war ein gemütlicher Abend, irgendwann kippte die Stimmung aber“, so der 31-Jährige. Und der Vermieter, der ebenfalls zur Einzugsfeier eingeladen war, bat die Streithähne dann, doch bitte zu gehen.

„Geh weg, sonst fällst Du um!“

Sein Kumpel, der Gastgeber, begleitete das spätere Angriffsopfer auf dem Heimweg. Er selbst kennt den Angeklagten schon seit Jahren. Warum er damals auf der Johannisstraße plötzlich wie von der Tarantel gestochen auf ihn losgestürmt ist, könne er sich nicht erklären. Wie andere bestätigte jedoch auch der Call-Center-Mitarbeiter die Vorwürfe. Demnach habe sich der Beschuldigte damals Jacke und T-Shirt ausgezogen und sei auf das spätere Angriffsopfer zugerannt. Dann habe er den Mann mit der Faust im Gesicht getroffen und sei auf dessen Fuß getreten. „Ich bin dazwischen gegangen, wollte sie trennen“, sagt der Gastgeber, worauf ihm der Angreifer aber gedroht hätte: „Geh weg, sonst fällst Du um!“

Der Geschlagene selbst kann sich offenbar nur noch schlecht an jenen Abend erinnern. Er sei geschubst worden, auch habe der Angeklagte versucht, ihn zu schlagen. Da er aber ein blaues Auge hatte und am Folgetag bei ihm im Krankenhaus auch ein Mittelfußbruch festgestellt wurde, sei wohl doch mehr Gewalt im Spiel gewesen. Wegen der Verletzungen habe er jedenfalls Strafantrag gegen den 29-Jährigen gestellt.

Dieser bestreitet die Attacke: „Ich habe ihn nur geschubst, habe ihn nicht getreten, nicht geschlagen“, betont der Angeklagte. Dumm nur für ihn, dass die anderen Zeugen seinen Exzess von damals bestätigten.

Darüber hinaus soll der Angeklagte nur fünf Wochen nach der Attacke das Fenster seiner Ex-Partnerin in der Freitaler Roseggerstraße eingeschlagen haben. „Sie schuldete mit 100 Euro, ich wollte sie zurück“, erklärt der Angeklagte. „Da sie nicht die Tür aufmachte, bin ich zum offenen Fenster hoch.“ Dort hätte die Ex-Freundin das Fenster zugemacht. „Und mein Finger war noch drin“, sagt der 29-Jährige. „Das tat höllisch weh, deshalb hab ich gegen das Fenster geschlagen.“ Seine Ex öffnete dann das Fenster. Das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen sie, das der Angeklagte angeleiert hatte, wurde indes eingestellt. „Ich kapier das nicht, ich werde angeklagt und sie nicht“, ärgert sich der Mann.

Das Gericht wundert sich indes über die fehlende Reue des Angeklagten, der zudem einschlägig vorbestraft sei. Es sprach den Mann in allen Anklagepunkten schuldig – und verurteilte ihn zu sechs Monaten und zwei Wochen Haft – ohne Bewährung. Das etwas krumme Strafmaß ergebe sich aus den Einzelstrafen, die zu einer Gesamtstrafe zusammengefasst werden mussten.