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Schläge vor der Kita

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung musste sich jetzt ein 29-jähriger Löbauer vor Gericht verantworten.

Von Rolf Hill

Am Nachmittag des 29. August vergangenen Jahres soll der Angeklagte auf dem Parkplatz der Kindertagesstätte an der Haydnstraße in Löbau-Ost einem 26-Jährigen mehrfach ins Gesicht geschlagen haben, wodurch dieser Prellungen und erhebliche Schmerzen erlitt. In der jetzigen Gerichtsverhandlung wies der Beschuldigte diese Vorwürfe jedoch zurück. Das sei auch der Grund gewesen, warum er bei der Polizei nicht ausgesagt hätte, fügte er hinzu. Allerdings räumte er ein, den Geschädigten an diesem Tag dort getroffen zu haben. Dabei habe er diesen angeblich nur gefragt, wann er denn endlich einmal seine Schulden bezahlen wolle. Er wäre nie auf die Idee gekommen, den Kläger zu schlagen, da er das vierjährige Kind seiner derzeitigen Freundin mithatte. Und: Wenn er zuschlagen würde, sähe das anders aus. Außerdem sei bekannt, dass der Geschädigte trinkt. Vielleicht habe er sich dabei selbst verletzt.

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Zumindest diese Behauptung konnte der einzige Zeuge widerlegen. Er habe seinen Bekannten mitgenommen und an der Kita als Zwischenstation Halt gemacht, um mit seiner Frau die beiden Kinder abzuholen. Als sie zurückkamen, sah er das ramponierte Gesicht des Geschädigten. Allerdings konnte er natürlich zum wirklichen Tatablauf nichts sagen. Es war damit sowohl für den Vorsitzenden, Dr. Holger Maaß, als auch für den Staatsanwalt ein Fall, in dem Aussage gegen Aussage stand. Keiner der beiden Kontrahenten konnte seine Behauptungen durch Zeugen belegen lassen. Das war letztlich für den Staatsanwalt ausschlaggebend, in diesem Fall einen Freispruch zu beantragen. Richter Holger Maaß folgte diesem Antrag, machte aber keinen Hehl aus seiner Meinung, dass da wohl doch irgendetwas gewesen sei. Doch das könne man eben nicht beweisen.