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Schläger kündigt Geständnis an

Die Liste der Anklagepunkte gegen den 37-jährigen Mann aus Weißwasser ist lang, Rausch soll wohl eine wichtige Rolle gespielt haben.

© Peter Steffen/dpa

Dass dieser Mann kurz vor dem Jahreswechsel zu diesem Jahr aus dem Verkehr gezogen wurde, war wohl höchste Zeit. Der Staatsanwalt liest allein für die letzten zehn Tage des alten Jahres sieben Tatvorwürfe vor. Der schwerwiegendste: Der heute 37-jährige gebürtige Jenaer hat demnach einen Mann in der Weißwasseraner Wohnung seiner Schwester derart schwer verletzt, dass er einen Tag zur Beobachtung ins Krankenhaus musste. Der Angeklagte trat laut Tatvorwurf dem Mann mit dem Fuß gegen den Kopf. Als seine Schwester dazwischengehen wollte, habe er sie so kraftvoll gegen den Türrahmen geschubst, dass sie eine Platzwunde am Kopf davontrug. Danach habe der Täter seine Angriffe gegen den Mann fortgesetzt, schlug ihm mit der Faust gegen den Kopf, rammte die Knie in den Bauch. Wenig später soll er gedroht haben: „Ich mach Dich morgen kalt.“ 

Zwei Tage später soll er vergeblich versucht haben, die Wohnungseigentür seiner Schwester zu öffnen und (wie auch schon am Morgen) gerufen haben: „Wenn Ihr die Bullen holt, mach ich Euch kalt.“ Beim Weggehen soll er laut Anklage die Halsabschneidegeste gezeigt haben. Zwischen Weihnachten und Neujahr soll der Mann dann versucht haben, aus der Wohnung seiner Schwester, in die er mit einem Schlüssel gelangt war, einen Laptop und Likör zu stehlen, ließ die bereitgelegte Beute dann aber zurück. Nach seiner Verhaftung habe er einen Polizisten angespuckt, einen Tag später eine JVA-Beamtin sexistisch beleidigt haben.

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Die Liste der Tatvorwürfe wird verlängert durch einen Vorfall im Zug von Görlitz nach Weißwasser Anfang Dezember, als er einen abgelaufenen Fahrschein vorwies, dann zähneknirschend bezahlte, aggressiv reagierte, mit einem Teleskop-Schlagstock drohte und rief: „Holt nicht die Bullen, sonst gibt’s auf die Fresse.“ Und schließlich ist noch eine gefährliche Körperverletzung vom August in Dresden angeklagt, als der Angeklagte einen Mann mit Fäusten ins Gesicht geschlagen und mit Tritten gegen Kopf und Oberkörper malträtiert haben soll. Der Mann trug unter anderem einen Nasenbeinbruch davon.

Nach einem halben Jahr Untersuchungshaft saß der Angeklagte – breitschultrig, muskulös, mit Kurzhaarfrisur – am Mittwoch im Landgericht Görlitz auf der Anklagebank. Seine Verteidigerin kündigte ein umfassendes Geständnis fast aller Tatvorwürfe an, wohl einzige Ausnahme ist jene Halsabschneidegeste.Dass das nicht sofort im Anschluss passierte, lag daran, dass der psychiatrische Sachverständige am ersten Verhandlungstag noch fehlte. Da die Alkohol- und Drogenproblematik bei den Taten eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte, ist die Einschätzung des Sachverständigen wichtig für das Gericht. Deshalb soll das Geständnis erst am nächsten Verhandlungstag, am 30. Juni, erfolgen.

Vor dem Görlitzer Gerichtssaal wartete indes die Weißwasseraner Freundin des Angeklagten, die ihn laut seiner Verteidigerin bei einer Haftentlassung bei sich aufnehmen würde.

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