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Schlägerin braucht doch nicht ins Gefängnis

Lessingstraße. Mit Erfolg ist eine 26-jährige Frau jetzt gegen ein Urteil desBautzener Amtsgerichtsin Berufung gegangen.

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Eine 26-jährige Bautzenerin, die im März 2005 wegen gefährlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Bautzen zu anderthalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden war, braucht voraussichtlich doch nicht ins Gefängnis. Sie hatte im Mai 2003 mit einer Freundin eine Unbekannte an einer Tankstelle am Wohngebiet Gesundbrunnen ausgezogen, misshandelt und nackt durch die Gegend gejagt. Dafür war sie zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Aber kurz bevor sie deshalb vor Gericht stand, war sie im Sommer 2004 erneut an zwei weiteren brutalen Vorfällen beteiligt gewesen. Sie hatte mit anderen in einer Wohnung im Gesundbrunnen eine Frau gequält und misshandelt, das nächste Mal eine weitere Frau am Bautzener Stausee geschlagen. Deshalb war sie vom Amtsgericht Bautzen im März zu der Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden, hatte aber Berufung eingelegt.

In der Berufungsverhandlung wurde sie jetzt vom Landgericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Gericht begründete das damit, dass die Frau drei kleine Kinder hat und sich von ihrem alten Umfeld losgesagt habe.

Sie muss an das erste Opfer zwei Jahre lang monatlich je 30 Euro Schmerzensgeld bezahlen, in zwei Jahren 250 Stunden gemeinnützig arbeiten und erhält für die vierjährige Bewährungszeit einen Bewährungshelfer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (hko)