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Schlag gegen Menschenhandel gelungen

Die Dresdner Staatsanwaltschaft hat vier Bulgaren festgenommen. Sie sollen Frauen zur Prostitution gezwungen haben. Was bisher bekannt ist.

Die Dresdner Polizei hat am Mittwoch auch Massagestudios durchsucht, in denen offenbar verdeckt der Prostitution nachgegangen wurde.
Die Dresdner Polizei hat am Mittwoch auch Massagestudios durchsucht, in denen offenbar verdeckt der Prostitution nachgegangen wurde. © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Polizei hat am Mittwoch offenbar einen Zuhälterring in Dresden ausgehoben und vier Bulgaren festgenommen. Die Beamten, beteiligt waren neben Kräften der Polizeidirektion Dresden auch Ermittler des Bundeskriminalamtes, durchsuchten drei Etablissements im Dresdner Süden, wo sie zahlreiche Beweise sicherstellten. Das teilte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Vormittag mit.

Die Verdächtigen und möglicherweise weitere Mittäter sollen bereits seit 2016 Mädchen und junge Frauen aus Bulgarien unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt beziehungsweise gezwungen haben. In Deutschland hätten die Täter dann die Notlage ihrer Opfer ausgenutzt und sie zur Prostitution gezwungen, teilweise auch mit Gewalt, heißt es in der Pressemitteilung.

Auch Massagestudios durchsucht

Das Verfahren wurde nach Hinweisen der Behörden in Bulgarien aufgenommen. Dort hatten zwei ehemalige Zwangsprostituierte nach ihrer Rückkehr nach Bulgarien Anzeige erstattet.

Bei den durchsuchten Räumen handelt es sich um Massagestudios, in denen offenbar verdeckt auch der Prostitution nachgegangen wurde. Die Beamten haben 20 Prostituierte angetroffen und vernommen. Darüber hinaus wurden rund 20.000 Euro Bargeld, Unterlagen und zahlreiche Datenträger beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden.

Drei der vier Festgenommenen sitzen seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Dabei handelt es sich um zwei Männer im Alter von 30 und 43 Jahren sowie eine 40-jährige Frau. Ein weiterer Haftbefehl gegen eine 24-jährige Frau setzte der Ermittlungsrichter unter Auflagen außer Vollzug. Die Frau sei schwanger und sei in der letzten Zeit nicht aktiv gewesen, so Schmidt.

Gegen die Beschuldigten wird wegen gewerbsmäßigen schweren Menschenhandels, schwerer Zwangsprostitution und Zuhälterei ermittelt. Zuständig ist die Abteilung für die Bekämpfung organisierter Kriminalität der Staatsanwaltschaft Dresden. Die Ermittlungen stünden jedoch erst am Anfang. Die Massagestudios seien nicht geschlossen worden. Gewerbeaufsicht und Ordnungsamt der Stadt Dresden würden das nun prüfen.

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