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Crosslauf durch den Schlamm

Wasser, Matsch und viel Spaß begleitete die Teilnehmer des Cross de luxe in Freital. Sie mussten am Sonntag 25 außergewöhnliche Hindernisse überwinden.

Im Hindernis "Schlammpackung" herrschte ausgelassene Stimmung.
Im Hindernis "Schlammpackung" herrschte ausgelassene Stimmung. © Karl-Ludwig Oberthuer

Knapp 1.000 überwiegend gut trainierte Outdoorsportler hatten am Sonntag bei rund 24 Grad viel Spaß beim Hindernislauf inmitten der Landschaft am oberen Waldrand des Rabenauer Grundes in Freital. Das Gelände, auf dem sonst Pferde weiden, gehört größtenteils zum Rittergut Eckersdorf von Lutz Hühne. Er stellte den Veranstaltern die Wiesen, Wege und Teiche schon in den vergangenen Jahren zur Verfügung.

Eine Startgebühr von 55 bis 75 Euro hatten die Teilnehmer bezahlt, um durch Rohre in eine große Matschgrube zu plumpsen, eine wackelige Slackline über einem zwei Meter tiefen, muffelnden Teich zu überqueren und sich Schrammen beim Kriechen zwischen Pflastersteinen zu holen. Nicht zu vergessen: die große Freude und das Jauchzen beim Rutschen auf einer Schlammrutsche aus Gummimatten.

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Die Männer und Frauen hatten viel Spaß auf der acht Kilometer langen Strecke des Cross de luxe, die auch zweimal gelaufen werden konnte.

Die Starter mussten sich durch Rohre zwängen und eine Grube durchqueren ...
Die Starter mussten sich durch Rohre zwängen und eine Grube durchqueren ... © Karl-Ludwig Oberthuer
... über eine wackelige Slackline balancieren ...
... über eine wackelige Slackline balancieren ... © Karl-Ludwig Oberthuer
... und unter Barrieren hindurchtauchen. 
... und unter Barrieren hindurchtauchen.  © Karl-Ludwig Oberthuer

Hannes Hildebrand von der veranstaltenden Agentur Time for Sports erklärt gegenüber Sächsische.de: "Wir haben mit dem zuständigen Gesundheitsamt Sächsische Schweiz -Osterzgebirge ein Hygienekonzept erarbeitet, welches vor vier Wochen genehmigt wurde." So starteten die knapp 1.000 Teilnehmer in 50er-Gruppen alle 15 Minuten, unter lauter Musik, mit Mundschutz und Handschuhen. Insgesamt fanden 20 Starts statt.

Die Handschuhe behielten die Läufer die ganze Zeit über an, den Mundschutz warfen sie nach dem Start in Kübel und bekamen nach dem Zieleinlauf neue Mund-Nasen-Bedeckungen. Zudem trugen alle ein Fuß-Transponder-Band, welches die Zeit misst. "Wir können leider in diesem Jahr keine Siegerehrung machen, deshalb bekommen die Schnellsten ihre Preise auf dem Postweg zugeschickt", sagt der Eventleiter. Alle, die das Ziel passierten, erhielten aber eine Medaille. 

Christin Henke und Danilo Renz aus Dresden liefen bereits zum dritten Mal mit. Christin Henke war 2019 die Schnellste Frau über 16 Kilometer.
Christin Henke und Danilo Renz aus Dresden liefen bereits zum dritten Mal mit. Christin Henke war 2019 die Schnellste Frau über 16 Kilometer. © Karl-Ludwig Oberthuer

Unter den schnellsten waren auch Christin Henke und Danilo Renz aus Dresden, die bereits zum dritten Mal an dem Spaß-Wettkampf teilnahmen. 10.15 Uhr war Christin Henke gestartet und dann zweimal die acht Kilometer gelaufen: "Die Schuhe sind noch ganz, aber müssen in die Waschmaschine", sagt sie lachend. 

2019 stand sie auf dem Siegerpodest mit einem Pokal in der Hand. Auch in diesem Jahr zählte sie zu den schnellsten Frauen. Für sie sind die Wasser-Hindernisse immer die schönsten. "Wir sind alle sehr froh, dass der Crosslauf überhaupt stattfinden durfte", sagt sie und Danilo Renz fügt hinzu: "Die Streckenführung war toll. Hier ist alles sehr gut organisiert." Das einzige, was gefehlt hätte, seien die Zuschauer gewesen, welche die Läufer anfeuern. "Das motivierte in den letzten Jahre sehr", sagt Christin Henke.

Henning Schulze aus Dresden schleppte freiwillig einen Autoreifen über die Strecke, um aus der Masse hervorzustechen.
Henning Schulze aus Dresden schleppte freiwillig einen Autoreifen über die Strecke, um aus der Masse hervorzustechen. © Karl-Ludwig Oberthuer

Viel Spaß hatte auch Henning Schulze aus Dresden, der kurzentschlossen einen Autoreifen von der Wegstrecke ausborgte, und diesen kilometerweit mit sich herum trug: "Mein Team und ich wollten mal etwas anders machen", erklärt er lachend die Aktion. Auch der 29-jährige Familienvater ist nicht zum ersten Mal dabei. "Wir machen oft bei solchen Crossläufen mit. Hier ist es jetzt ein Heimspiel, da wir aus Dresden kommen", sagt er.

Hannes Hildebrand, Eventleiter von Time for Sports vor den Hindernissen "Wilder Westen" und "Schlammpackung". Er ist froh, dass der Cross de luxe unter Corona-Schutzauflagen stattfinden durfte.
Hannes Hildebrand, Eventleiter von Time for Sports vor den Hindernissen "Wilder Westen" und "Schlammpackung". Er ist froh, dass der Cross de luxe unter Corona-Schutzauflagen stattfinden durfte. © Karl-Ludwig Oberthuer

Von den 25 Hindernissen waren in diesem Jahr drei zum ersten Mal auf der Strecke. "Das Reifensandwich ist neu, die drehenden Rohre sind neu dabei und das Dreckern mit großen Reifen aus der Landwirtschaft", sagt Hannes Hildebrand vom Veranstalter-Team.

Allein für den Hindernisparcours mit dem Namen "Höllenrausch" hatte die Freitaler Feuerwehr 530 Meter Wasserschläuche gelegt. Punkt 13 Uhr waren dann die Rutschen am "vollen Rohr" ohne Wasser: Der Tank war leer - wurde aber fix wieder aufgefüllt.

Derzeit wird wegen vielen Nachfragen bereits darüber nachgedacht, im nächsten Jahr in Freital auch für Kinder mal etwas mit viel Schlamm und Rutschen anzubieten.

Wer von Schlamm, Matsch und Klettergerüsten noch nicht genug hat, kann für Anfang Oktober den nächsten Cross-Lauf einplanen. Dann geht es in Markkleeberg weiter mit vielen neuen selbstgebauten Hindernissen. Anmeldungen werden online entgegen genommen. 

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