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Schlangen ausgesetzt

Meißen. In der Elbe schlängeln sich seit gestern 75 neue Bewohner. Innerhalb eines deutschlandweiten Projektes wurden bei Meißen junge Würfelnattern (Natrix tessellata) "zu Wasser gelassen". Die aus Tschechien...

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Meißen. In der Elbe schlängeln sich seit gestern 75 neue Bewohner. Innerhalb eines deutschlandweiten Projektes wurden bei Meißen junge Würfelnattern (Natrix tessellata) "zu Wasser gelassen".
Die aus Tschechien stammenden Jungtiere - dick wie Bleistifte und lang wie Spaghetti - sollen die im Vorjahr ausgesetzte Gründer-Population dieser Schlangenart verstärken. Das Projekt zur Wiederansiedlung der Würfelnatter in der Elbe wird von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde betreut und vom Bundesamt für Naturschutz sowie den Ländern Rheinland-Pfalz und Sachsen gefördert. Die Kosten betragen insgesamt 210 000 Mark.
Würfelnattern lebten bis vor etwa 50 Jahren im Gebiet von Meißen. Mit zunehmender Verunreinigung der Elbe und Veränderungen am Ufer wurde ihnen jedoch ein Leben am und im Fluss unmöglich gemacht. In Deutschland sind die vom Aussterben bedrohten Tiere nur noch an den Flüssen Lahn, Mosel und Nahe (Rheinland-Pfalz) beheimatet. Der Gesamtbestand wird auf nur noch 500 Exemplare geschätzt.
Die Würfelnatter kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen. Sie ist für den Menschen völlig harmlos und ernährt sich fast ausnahmslos von kleinen Fischen. Die meiste Zeit verbringt sie im Wasser. Nur zum Sonnen, zur Paarung, zur Eiablage und zum Überwintern kommt sie ans Ufer. Die Grundfarbe der Würfelnatter ist grau-grün bis braun-grau. Auf ihrem Rücken hat sie ein Würfelmuster. Bei Gefahr flieht sie normalerweise auf direktem Weg ins Wasser.
Die ersten sächsischen Würfelnattern sollen sich unterdessen gut in ihrer Heimat eingelebt haben. Nach Angaben der Betreuer haben sie sich weiträumig entlang des Elbufers verteilt. Auch die Absperrung entlang des Radweges war weitgehend effektiv. Ein paar Schlangen gelang anfangs jedoch der Durchschlupf - wenige wurden so zu Opfern des Straßenverkehrs. (dpa)